Plötzlich sind sie da – im Gesicht, am Dekolleté oder auf den Händen. Pigmentflecken sind zwar harmlos, aber oft störend: Wer täglich schützt und konsequent pflegt, wird mit einem ebenmässigeren Hautbild belohnt. Entscheidend ist zudem Geduld.
Pigmentflecken kommen selten über Nacht, auch wenn es oft so scheint. Sie sind das Resultat von jahrelanger UV-Strahlung, hormonellen Veränderungen, Hautalterung und oxidativem Stress. Wie sie entstehen? In der unteren Schicht der Epidermis sitzen die Melanozyten. Sie produzieren Melanin, das körpereigene Pigment, und geben es an die Keratinozyten weiter. «Eigentlich ein kluger Schutzmechanismus, denn Melanin bewahrt die Haut vor UV-Strahlen. Doch UV-Strahlen und Umwelteinflüsse setzen freie Radikale frei, die in der Haut oxidativen Stress auslösen», erklärt Bea Bieri, dipl. Drogistin HF und Betriebsleiterin. «Die Haut reagiert darauf mit einer Überproduktion von Melanin. Wird dieses nicht gleichmässig abgebaut, lagert es sich in der obersten Hautschicht in Form von dunklen Flecken ab.» Auch Hormonschwankungen spielen eine Rolle. «Ein schwankender Östrogen- und Progesteronspiegel führt zu unregelmässiger Aktivierung der Melanozyten, was in Kombination mit UV-Licht die Melaninproduktion zusätzlich anregen kann», so die Expertin. Das zeigt sich in der Schwangerschaft, bei Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Anti-Baby-Pille oder in den Wechseljahren.
Konsequente Anwendung
Am wichtigsten zur Vorbeugung von Pigmentflecken ist konsequenter Sonnenschutz. «Bei empfindlicher oder gereizter Haut empfehle ich Lichtschutzfaktor 50», betont Bea Bieri. Wichtig ist, den UV-Schutz täglich 30 Minuten vor dem Aufenthalt draussen aufzutragen und regelmässig zu erneuern. Zur Pflegeroutine gehören eine sanfte Reinigung und viel Feuchtigkeit. Nur eine gesunde, intakte Haut kann Wirkstoffe optimal aufnehmen und Entzündungen eindämmen. «Empfindliche Haut profitiert besonders von Niacinamid. Es stärkt die Hautbarriere, beruhigt und reguliert die Melaninbildung», so die Drogistin. Vitamin C, meist als Serum am Morgen angewendet, schützt vor freien Radikalen, unterstützt die Kollagenproduktion und sorgt für Strahlkraft. Bei unreiner Haut mit dunklen Flecken nach Entzündungen wirkt Azelainsäure gut. Sie ist antibakteriell und reguliert die Überpigmentierung. Bea Bieri empfiehlt zudem Retinol: «Es fördert die Zellerneuerung, verfeinert das Hautbild, kann Pigmentflecken aufhellen und ist häufig in Nachtseren und -cremes enthalten.» Da Retinol die Haut lichtempfindlicher macht, ist ein Sonnenschutz tagsüber wichtig. Ebenfalls gut funktionieren chemische Peelings mit Frucht- oder Glykolsäure – ein- bis zweimal pro Woche angewendet. Sie tragen abgestorbene Hautzellen ab und regen die Zellerneuerung an. «Entscheidend ist weniger die Anzahl Produkte als die Regelmässigkeit der Anwendung», sagt Bea Bieri. «Wer zu viele Wirkstoffe kombiniert, riskiert Irritationen.» Eine konsequente Routine über mehrere Wochen zeigt meist gute Resultate, denn die Haut erneuert sich in Zyklen von rund vier Wochen.
Pflege von innen
Oxidativer Stress entsteht auch durch den Lebensstil. Antioxidative Vitalstoffe wie Vitamin C, Vitamin E, Selen, Zink und Omega-3-Fettsäuren können helfen, freie Radikale zu neutralisieren und entzündliche Prozesse im Körper zu hemmen. Eine ausgewogene Ernährung, viel Flüssigkeit, genügend Schlaf sowie der Verzicht auf Rauchen und übermässigen Alkoholkonsum unterstützen die Haut zusätzlich. Auf die Frage, ob Pigmentflecken vollständig verschwinden, antwortet die Drogistin: «Meist verblassen sie deutlich.» Alters- und sonnenbedingte Flecken lassen sich sichtbar aufhellen, aber selten ganz eliminieren.