Natrium ist ein lebenswichtiger Nährstoff. Im Gegensatz zu anderen Nährstoffen leidet bei Natrium aber kaum jemand an einem Mangel, sondern viele Menschen sind tendenziell eher zu gut damit versorgt.
Der Körper benötigt Natrium für die Regulation des Flüssigkeits- und des Säure-Basen-Haushalts, des Blutdrucks sowie zur Nervenreizübertragung an die Muskeln und zur Aktivierung zahlreicher biochemischer Vorgänge im Körper. Heutzutage nimmt ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung allerdings mehr Natrium bzw. Natriumchlorid zu sich, als sie benötigt. «Das liegt vor allem am Würzen mit Kochsalz», erklärt Lukas Zogg-Diem, dipl. Drogist HF und Geschäftsinhaber. «Zusätzlich findet sich in der menschlichen Niere noch ein Sparmechanismus für Natrium, der aus der Zeit stammt, als die Zivilisation noch kein Salz kannte und Natrium Mangelware war. Dieser sorgt dafür, dass Salz nicht ausgeschieden, sondern in den Körper rückresorbiert wird – was auch der Blutdruckregulation dient.»
Viel Natrium in Fertigprodukten
In der Schweiz nehmen die Menschen pro Tag durchschnittlich 3'500 Milligramm Natrium zu sich. «Empfohlen sind für Erwachsene jedoch 2'000 Milligramm und für Personen ab 65 Jahren 1'200 bis 1'500 Milligramm. Wir konsumieren also deutlich zu viel», ergänzt Lukas Zogg-Diem. Besonders in Fertig- und Halbfertigprodukten, Fleischwaren oder Käse steckt eine Menge Natrium. Bei langfristigem zu hohem Salzkonsum kann der Blutdruck das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern. Es kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe und Kaliumverlusten führen. Die Nieren werden belastet, weil überschüssiges Natrium ausgeschieden werden muss, und es kann zu Veränderungen im Magen und einem erhöhten Kalziumverlust führen, was wiederum langfristig die Knochengesundheit beeinflussen kann.
Damit dies nicht passiert, empfiehlt der Experte, auf den Natriumkonsum zu achten und diesen gegebenenfalls zu verringern. Dies bedeutet, selbst zu kochen und nur wenig Kochsalz zu verwenden, ausserdem viel Gemüse und Früchte zu essen sowie im Restaurant die Speisen nicht nachzuwürzen.
Gibt es auch Situationen, in denen sich der Natrium-Bedarf erhöht? Lukas Zogg-Diem: «Das ist beispielsweise bei anhaltendem Durchfall, starkem Schwitzen oder grosser Hitze der Fall. Oder wenn jemand Leistungssport betreibt.»