Insekten

Ratgeber / Gesundheit

Klein, aber lästig: Insektenstiche

24.06.2026 / von 

Insektenstiche gehören zum Sommer fast dazu. Doch mit etwas Wissen lassen sie sich auf ein Minimum reduzieren und die Beschwerden deutlich lindern – von der ersten Hilfe mit kühlenden Gels über Antihistaminika bis hin zu bewährten Hausmitteln.

Sommerzeit ist auch Insektenzeit. Ein paar einfache Verhaltensregeln können helfen, das Risiko eines Stichs zu reduzieren: So erschwert das Tragen von langen und locker sitzenden Ärmeln und Hosenbeinen den Mücken den Zugang zur Haut. Statt barfuss läuft man besser mit Schuhen oder Sandalen durch die Wiesen, da sich dort Bienen, Wespen oder Hummeln aufhalten können. Und beim Picknick unter freiem Himmel ist es wichtig, das Essen – insbesondere Früchte und Süssspeisen – abzudecken, weil dies gerne Insekten anlockt. Flaschen sollten immer gut verschlossen werden und bei Getränkedosen empfiehlt sich die Verwendung von Trinkhalmen, um unangenehme und gefährliche Überraschungen zu vermeiden.

Schützende Sprays und Düfte

Daheim kann man den unliebsamen beflügelten Besuchern mit Fliegengittern oder Moskitonetzen Einhalt gebieten. Ebenfalls für guten Schutz sorgen Repellentien, also auftragbare Substanzen. Sie blockieren die Sensoren an den Antennen der Insekten, wodurch der Mensch für sie «unriechbar» wird. «Vor allem Sprays oder Spraylotions mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin kommen hier sehr effektiv zum Einsatz», weiss Michelle Münger, dipl. Drogistin HF und Betriebsleiterin. Sie sind in verschiedenen Konzentrationen erhältlich und damit auch unterschiedlich lang wirksam, wobei die stärksten Varianten bis zu zehn Stunden anhalten können. «Produkte mit Icaridin sind in der Regel besser verträglich, weswegen sie auch für Schwangere, Stillende oder Kinder ab dem ersten Lebensjahr infrage kommen.»

Wichtig ist, den Schutz grossflächig und lückenlos aufzutragen und auch die Kleidung damit zu besprühen. Besondere Vorsicht gilt im Gesicht. Die Expertin empfiehlt: «Ich finde es am einfachsten, einen Sprühstoss auf die Handflächen zu geben und das Produkt dann einzureiben – die Augenpartie sollte aber ausgelassen werden.» Nach dem Schwimmen oder bei längerem Schwitzen darf man nicht vergessen, zuerst die Sonnencreme zu erneuern und dann mit 20 Minuten Abstand, wenn die Haut diesen Schutz absorbiert hat, auch das Repellent nachzutragen.

Wer natürliche Alternativen bevorzugt, kann auf ätherische Öle wie Zitrone, Lavendel, Eukalyptus oder Teebaumöl zurückgreifen. «Verarbeitet zu Sprays, kann man sie für die Luft, den Körper oder auf Textilien verwenden», ergänzt Michelle Münger. «Die reinen Öle empfehlen sich jedoch nicht für den direkten Hautkontakt.» Beliebt sind auch Kerzen oder Duftlampen für die Terrasse, den Wohnbereich oder das Schlafzimmer. Allerdings ist die Wirkungsstärke und -dauer bei diesen Produkten reduzierter und sie können ein Problem für Personen mit Allergien oder Erkrankungen der Atemwege darstellen.

Saugrüssel oder Giftstachel

Trotz Vorbeugung kann es dennoch zu einem Stich kommen, wobei zwei grundsätzliche Kategorien unterschieden werden. Weibliche Mücken dringen mit ihrem Saugrüssel durch die Haut, weil sie das Eiweiss aus dem menschlichen Blut für die Produktion und Entwicklung ihrer Eier brauchen. Um eine Blutgerinnung und damit eine Verstopfung des Trinkvorgangs zu verhindern, geben sie ihren gerinnungshemmenden Speichel ab. Auf diesen reagiert unser Körper mit der Ausschüttung des Botenstoffs Histamin, was schmerzhafte Anschwellungen, Rötungen und Juckreiz zur Folge haben kann.

Auch bei Bienen-, Wespen-, Hummel- oder Hornissenstichen wird Histamin freigesetzt, welches für die unangenehmen Reaktionen verantwortlich ist. Jedoch handelt es sich in diesen Fällen um einen Verteidigungsakt mit einem Giftstachel, der in der Regel vom Insekt selber wieder herausgezogen wird. Nur bei der Honigbiene bleibt der mit Widerhaken versehene Stachel in der Haut stecken. Er muss dann auch möglichst schnell entfernt werden, damit die Giftzufuhr gestoppt wird. Jedoch darf man den Stachel nicht mit einer Pinzette greifen, da dies die Giftblase ausdrücken könnte. Es empfiehlt sich daher, den Stachel gegen die Einstichrichtung herauszuschieben, beispielsweise mit dem Fingernagel, einer Kreditkarte oder der stumpfen Seite eines Taschenmessers.

Gute Abhilfe bei Stichen

Sofortiges Kühlen nach einem Stich mildert den Juckreiz und verlangsamt die Schwellung. Hierzu helfen kühlende Gels mit essigsaurer Tonerde oder Aloe Vera. Ausserdem sollte die Einstichstelle desinfiziert werden, um eine lokale Entzündung zu verhindern. Ein Stichheiler kann die Proteine im Mückenspeichel durch kurzzeitige Hitze (ca. 50°C) zerstören, wodurch die allergische Reaktion des Körpers abgeschwächt wird. Und auch wenn der Drang zu kratzen sehr stark sein kann, sollte man unbedingt darauf verzichten. Durch Kratzen kann sich das Gift weiter verteilen, die allergische Reaktion verstärken und zudem können Bakterien oder Schmutz in die Haut gelangen.

Die Drogistin erklärt: «Bei stärkeren Reaktionen kann man zusätzlich ein sogenanntes Antihistaminikum verwenden. Dadurch wird die Wirkung von Histamin blockiert, was die Symptome lindert.» Antihistaminika sind als Gel zur äusseren Anwendung erhältlich, aber auch in Form von Tropfen oder Tabletten zum Einnehmen. «Wenn jemand ein homöopathisches Mittel bevorzugt, empfehlen wir gerne Globuli mit Apis oder Ledum», sagt Michelle Münger. «Ebenso kann Arnika je nach Beschwerdebild eingesetzt werden.» Problematisch sind allergische Reaktionen sowie Stiche im Mund- und Rachenraum oder im Augenbereich. In solchen Fällen sollte man neben den geschilderten Sofortmassnahmen schnell ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Bei Insektenstichen: Einsatz von Zwiebeln*

Zutat: 1 Zwiebel
Zubereitung: Zwiebel aufschneiden.
Anwendung: Aufgeschnittene Zwiebel direkt auf den Stich legen.
Wirkungsweise: Die Zwiebel enthält Senfölglykoside, denen eine leicht entzündungshemmende, abschwellende und juckreizlindernde Wirkung zugeschrieben wird. 

*Bei empfindlicher Haut ist Vorsicht geboten, weil Zwiebeln die Haut reizen können.