Ratgeber / Gesundheit

Insekten im Anflug - was tun bei Insektenstichen?

24.06.2020 / von 

Wenn stechende Insekten herumschwirren, kann es richtig ungemütlich werden. Wie schützt man sich vor nervigen Plagegeistern und was hilft bei Stichen?

Die gute Nachricht zuerst: Unter der riesigen Vielfalt an Insekten gibt es nur wenige Arten, die für Menschen gefährlich sind, weil sie stechen. Zum Glück, denn ein Rezept, um dies hundertprozentig zu vermeiden, gibt es leider nicht. Generell wird empfohlen, während der warmen Jahreszeit Mückennetze und Fliegengitter vor den Fenstern zu montieren oder unter einem Moskitonetz zu schlafen. Im Freien halten luftige, helle Kleidung sowie geeignete Sprays oder Lotionen nervige Blutsauger fern. Im Handel sind verschiedene natürliche und synthetische Mittel – sogenannte Repellents – erhältlich, die auf Haut oder Kleidung aufgetragen werden. Wichtig ist zudem, im Garten oder auf dem Balkon Regentonnen mit stehendem Wasser abzudecken.

Was macht uns für Mücken attraktiv?

Am häufigsten werden wir von Stechmücken geplagt, von denen es weltweit mehr als 3’600 verschiedene Arten gibt. Hierzulande ist vor allem die Gemeine Stechmücke verbreitet, die an gewissen Menschen besonders hohes Interesse hat, während sie andere ignoriert. Warum ist das so? «Forscher haben herausgefunden, dass die Mückenweibchen – Männchen stechen nicht – durch Duftstoffe und den Geruch der Milch- und Fettsäuren der Haut angelockt werden», erklärt Christoph Moser, eidg. dipl. Drogist in Wohlen. Auch dunkle Farben und warme, gut durchblutete Haut finden Mücken attraktiv. Der Fachmann empfiehlt deshalb, Kleider in hellen Farben zu tragen und nach einem heissen Tag, an dem man geschwitzt hat, kalt zu duschen. Eine gute, natürliche Möglichkeit, Stechmücken von sich abzulenken, können ätherische Öle, zum Beispiel Zitrone, Geranium oder Eukalyptus, sein.

Was tun bei Mückenstichen?

Hat trotzdem eine Mücke zugestochen und juckt der Stich stark, rät Christoph Moser, ein kühlendes, juckreiz- und schmerzstillendes Gel aufzutragen. Zudem gibt es hervorragende Roll-ons sowie Sprays. Bei heftigen Reaktionen können zusätzlich schulmedizinische oder auch homöopathische Produkte eingenommen werden. Diese lassen die Symptome rascher abklingen.

Bienen-, Wespen-, Hummel- und Hornissenstiche

Fühlen sich Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen bedroht, stechen sie zur Selbstverteidigung. Deshalb gilt: Abstand wahren! Bei einem Stich ist die Reaktion von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann von einer Rötung über eine starke Schwellung bis hin zum anaphylaktischen Schock bei Allergikern führen. Bei ihnen sind schnelle Erste-Hilfe-Massnahmen entscheidend, um eine lebensbedrohliche allergische Reaktion zu vermeiden. Insektengiftallergiker sollten immer das Notfallset dabeihaben, das von der Ärztin oder vom Arzt verschrieben wurde. Zudem ist es ratsam, sein Umfeld zu informieren, wie in einem Ernstfall zu reagieren ist.

Wichtig ist in erster Linie, den Stachel sorgfältig zu entfernen, die Notfall-Medikamente anzuwenden, den Notarzt zu rufen und enge Kleidungsstücke auszuziehen. Auch Personen, die nicht allergisch reagieren, sollten den Stachel so schnell wie möglich entfernen, die Einstichstelle mit sauberem Wasser waschen und desinfizieren. Um den Juckreiz und Schmerzen zu lindern, empfehlen sich die gleichen Produkte und Massnahmen wie bei einem Mückenstich.

Asiatische Tigermücke in der Schweiz

Wie das Bundesamt für Gesundheit informiert, ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) seit 2003 im Tessin nachgewiesen. Diese könne zwar Überträgerin des Chikungunya-, Dengue- und Zika-Virus sein, gemäss Forschern sind jedoch die in der Schweiz etablierten Tigermücken mit keinem dieser Viren infiziert und übertragen daher diese Krankheiten nicht.

Christoph Moser
Auch wenn es juckt - lieber nicht kratzen.

Christoph Moser

Eidg. dipl Drogist

Sommer ist Mückenzeit. Welche Massnahmen empfehlen Sie, um Insektenstichen vorzubeugen?

Insektenschutzmittel verwenden und langärmlige Kleidung aus hellen, luftigen Stoffen tragen. In der Wohnung können feinmaschige Fensternetze die Plagegeister draussen halten. Bevor man in die Ferien fährt, sollte man sich über die länderspezifischen Risiken erkundigen und sich mit den empfohlenen Impfungen vor den übertragbaren Krankheiten schützen.

Welches sind die gefährlichsten Krankheiten, die Mücken übertragen können?

In den tropischen Regionen der Welt ist die bekannteste Krankheit die Malaria. Dagegen gibt es eine medikamentöse Prophylaxe. Gegen die Infektionskrankheit Gelbfieber gibt es einen Impfstoff. Auf dem Vormarsch sind auch das Zika- und das West-Nil-Fieber – gegen diese Krankheiten gibt es leider noch keine Impfung.

Was ist zu tun, wenn man von einem Insekt, das möglicherweise giftig ist oder eine ansteckende Krankheit übertragen könnte, gestochen wird?

Kühlen und auf keinen Fall kratzen, weil es sonst zu einer Infektion kommen kann. Wer stark reagiert oder Fieber bekommt, sollte sich ärztlich behandeln lassen.