Ratgeber / Gesundheit

Helfer gegen Venenbeschwerden

25.05.2020 / von 

In der bevorstehenden heissen Jahreszeit treten geschwollene Beine und damit Venenbeschwerden verstärkt auf. Wer davon betroffen ist, kann vorbeugende Massnahmen ergreifen.

Plagen Sie schwere oder geschwollene Beine, kann der Grund in einer Venenschwäche liegen. Diese Beschwerden werden durch die sommerliche Hitze noch intensiviert, denn der Körper verliert bei hohen Temperaturen viel Flüssigkeit, was den Blutkreislauf belastet. Mit natürlichen Mitteln und einfachen Verhaltensänderungen kann man Abhilfe schaffen. Am besten beginnt man damit schon, bevor die Temperaturen steigen.

«Die Arterien pumpen sauerstoffreiches Blut vom Herzen bis in die Finger- und Zehenspitzen. Auf dem Rückweg fliessen in den Beinen 90 Prozent des venösen Blutes über die tiefen und 10 Prozent über die oberflächlichen Beinvenen», erklärt Martin Tschumi, dipl. Drogist HF und Inhaber der Drogerie Tschumi in Solothurn. «Damit das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen gelangt, braucht es die Muskelpumpe. Und die Venenklappen verhindern, dass das Blut zurücksacken kann.» Fehlt die Spannung in der Venenwand, können diese Klappen nicht mehr richtig schliessen – es kommt zu einer Erweiterung des Gefässes, das Blut strömt retour und es entstehen Schwellungen und Wassereinlagerungen im Gewebe.

 

Schwaches Bindegewebe und Risikofaktoren

Die Ursache von Venenbeschwerden ist meistens eine erbliche oder altersbedingte Bindegewebsschwäche. Frauen sind davon aufgrund der anatomischen Andersartigkeit ihrer Kollagenfasern häufiger betroffen als Männer. Auch Stress und gewisse Medikamente können sich negativ auswirken. Darüber hinaus gehören Übergewicht, ein Mangel an Bewegung, Alkoholkonsum und Rauchen zu den möglichen Ursachen eines schwachen Bindegewebes. Zu enge Kleidung kann ebenfalls einen nachteiligen Einfluss haben: Gerade der Leistenbereich, wo sich die Beinvenen vereinen, ist eine sehr sensitive Zone. Auch die unnatürliche Haltung beim Tragen hochhackiger Schuhe kann sich negativ auf die Venengesundheit auswirken.

 

Äusserliche Massnahmen

Venengymnastik ist eine gute Möglichkeit zur Stärkung des Bindegewebes. Zehn Minuten Training pro Tag genügen. «Gerade jetzt bieten sich Aktivitäten wie Laufen, Schwimmen oder Fahrradfahren an», meint Martin Tschumi. Bei Venenbeschwerden sind zudem Kompressionsstrümpfe ratsam. Durch den Druck auf das Gewebe entlasten sie das Venensystem. Gels und Salben bringen vor allem bei akuten Fällen Linderung. Der Drogist empfiehlt: «Venengels sind vor allem im Sommer angenehm, da sie schnell einziehen und kühlen, besonders, wenn man sie im Kühlschrank aufbewahrt und gekühlt anwendet. Salben sind besser zur Massage geeignet.»

Eine innerliche Massnahme kann die Einnahme von Schüssler Salzen oder anderer Naturpräparate sein. Sie fördern die Fliessfähigkeit des Blutes und können bindegewebsstärkend wirken. Idealerweise beginnt man damit frühzeitig und nimmt diese über mehrere Monate ein.

Der Extrakt aus Pinienrinde stärkt die Blutgefässe und hat eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Dank seiner Schutzwirkung auf das Kollagen im Bindegewebe kann er die Elastizität der Venen verbessern. Die Gefässe werden dadurch druckresistenter und belastbarer.

Die Rosskastanie verbessert die Spannkraft der Venenwände, beseitigt Stauungen und fördert so generell die Durchblutung. Die krankhaft veränderte Durchlässigkeit der kleinsten Gefässe wird reguliert, die Gewebeernährung verbessert und die Schwellung reduziert.

Rotes Weinlaub soll die Wände der feinen venösen Blutgefässe abdichten und festigen, weiss Martin Tschumi und erklärt: «So tritt weniger Flüssigkeit ins umliegende Gewebe
aus, Beinschwellungen und damit einhergehende Beschwerden wie das charakteristische Spannungs- und Schweregefühl lassen nach.»

Welches dieser Naturheilpräparate sich für Sie am besten eignet, erfahren Sie bei einer Beratung in Ihrer Drogerie oder Apotheke.

Kleine Übungen, die in den Alltag integriert werden, können Linderung bringen.

  • Kalt abduschen: Das verengt die oberflächlichen Beinvenen, regt die Blutzirkulation an und unterstützt das Bindegewebe.
  • Bewegung im Sitzen: Wippen Sie mit den Fersen auf und ab oder lassen Sie die Fussgelenke kreisen.
  • Zwischendurch die Beine hochlagern: Diese Position hilft, damit das Blut gut zurück zum Herzen fliesst.
Martin Tschumi
Bei Krampfadern sollte das Bindegewebe gestärkt werden.

Martin Tschumi

Dipl. Drogist HF

Worum handelt es sich bei Krampfadern?

Krampfadern haben mit Krämpfen nichts zu tun, sondern sind von «krumm» abgeleitet und effektiv krumme, äusserlich gut sichtbare Venenwulste. Diese entstehen durch defekte  Venenklappen, die zu einem lokalen Blutstau führen. Da die Ursache eine Bindegewebsschwäche ist, muss man Stärkungsmassnahmen ergreifen und die Risikofaktoren so gut wie möglich vermeiden.

Was gilt bei Besenreisern?

Besenreiser sind eine Unterform der Krampfader und zeigen sich als dünne, netzartige Aussackungen der oberflächlichen Venen. Sie verursachen nur selten Beschwerden und stellen hauptsächlich ein ästhetisches Problem dar. Hier rate ich zu kaltem Abduschen der Beine sowie zum Einreiben mit einer Schüssler Salz Bodylotion.

Was passiert, wenn man gegen schwere und schmerzende Beine nichts unternimmt?

Grundsätzlich kann man mit Krampfadern oder schwachen Venen gut leben, weil sie in der Regel nicht gefährlich sind. Trotzdem sollte man sie behandeln, damit keine Verschlimmerung eintritt. Das wären zum Beispiel Venenentzündungen oder Hautveränderungen, die im Extremfall zum sogenannten offenen Bein führen, sowie starke Schmerzen, Kribbeln oder Gefühlsstörungen. Dann braucht es eine Abklärung beim Arzt.