Viele Männer pflegen ihre Haut zu wenig – oder falsch. Dabei lassen sich Trockenheit, Rasurbrand und erste Fältchen mit wenigen, gezielten Produkten deutlich verbessern.
Männerhaut unterscheidet sich in mehreren Punkten von Frauenhaut: Sie ist etwas dicker, kann mehr Talg produzieren, stärker schwitzen und ist durch Bartwuchs und Rasur regelmässig mechanischen Reizen ausgesetzt. Dadurch kann sie zu Glanz, Unreinheiten oder gereizten Stellen neigen.
Eine Routine in wenigen Schritten
«In der täglichen Pflege ist genügend Feuchtigkeit entscheidend», erklärt Hansjürg Habegger, eidg. dipl. Drogist und Geschäftsinhaber. Eine gute Gesichtspflege muss aber nicht kompliziert sein. «Entscheidend ist die regelmässige Anwendung», so der Drogist. Er fasst die Basisroutine in drei Schritten zusammen: rundherum reinigen, pflegen und peelen. Morgens eignet sich eine milde Reinigung, um überschüssigen Talg zu entfernen. Danach folgen feuchtigkeitsspendende Produkte mit leichter Textur, etwa Seren mit Hyaluronsäure oder leichte Fluids, um die Spannkraft der Haut zu unterstützen. Den Abschluss bildet der Sonnenschutz. Gerade dieser wird häufig unterschätzt. Dabei trägt UV-Strahlung wesentlich zur vorzeitigen Hautalterung bei und begünstigt feine Linien, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust. Als Ergänzung kann ein sanftes Peeling abgestorbene Hautschüppchen entfernen und das Hautbild verfeinern. Trockene oder gereizte Haut ist oft ein Zeichen dafür, dass die Hautbarriere aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dann reagiert sie empfindlicher auf Kälte, trockene Luft, Rasur oder zu stark reinigende Produkte. Wichtig ist deshalb, die Haut nicht weiter zu strapazieren. Bei den Inhaltsstoffen lohnt sich ein Blick auf bewährte Wirkstoffe: Hyaluronsäure und Glycerin helfen, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Ceramide unterstützen die Hautbarriere, während Panthenol und Aloe Vera beruhigend wirken – besonders nach der Rasur oder bei Spannungsgefühlen.
Die Augenpartie nicht vergessen
Die dünne Haut rund um die Augen gehört zu den empfindlichsten Bereichen des Gesichts. Krähenfüsse, also feine Linien an den Augenwinkeln, entstehen deshalb oft früh. «Gegen diese Linien eignen sich vor allem Hyaluronsäure, Retinol und Peptide», so der Experte. Sie können die Haut optisch glätten und Trockenheitsfältchen mildern. Geschwollene Augen und Tränensäcke werden auch durch Alterungsprozesse, genetische Veranlagung, Flüssigkeitseinlagerungen, Schlafmangel, Stress, salzreiche Ernährung oder Alkohol begünstigt. «Wirkstoffe wie Koffein sowie kühlende Applikationen können Schwellungen kurzfristig lindern», weiss der Drogist. Dazu gehören Augenpads, leichte Augengels oder kühlende Roller.
Rasurbrand muss nicht sein
Rasurbrand entsteht häufig, wenn die Haut zu trocken ist, die Klinge stumpf ist oder mit zu viel Druck rasiert wird. «Weiche Barthaare lassen sich deutlich leichter rasieren. Deshalb sollte die Haut vor der Rasur angefeuchtet werden. Reichlich Rasiergel oder -schaum verringert die Reibung der Klinge auf der Haut», ergänzt Hansjürg Habegger. Nach der Rasur empfiehlt er, auf Alkohol im Aftershave zu verzichten und feuchtigkeitsspendende Balsame zu verwenden. Sie beruhigen die Haut und reduzieren Spannungsgefühle.