Ratgeber / Gesundheit

Mit Vitalstoffen bestens versorgt

30.10.2019 / von 

An jeder Ecke verführen Take-aways zum Essen und jedes Lebensmittelgeschäft verleitet mit überquellenden Regalen zum Grosseinkauf. An der Kasse sind die Einkaufstaschen voll, die guten Vorsätze vergessen. Soll zu Hause Gemüse schnippeln, wer will, Tiefkühlpizza geht schneller. Doch die Sache hat einen Haken: Wo bleiben die Vitalstoffe?

Vitalstoffmangel trotz Übergewicht

Obwohl mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung an Übergewicht leidet, ist Mangelernährung ein Thema. Jede fünfte Person über 65 zeigt ernährungsbedingte Mangelerscheinungen, in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen ist es mehr als jeder Zehnte und bei den unter 45-Jährigen sind es acht Prozent. Gründe für die Mangelernährung gibt es einige. Man verpflegt sich mit Fastfood, statt am Tisch eine ausgewogene Mahlzeit zu essen, und zwischendurch gibt es Süssigkeiten statt einen Pausenapfel. Hinzu kommen kalorienreduzierte, oft einseitige Diäten zum Abnehmen und die Einsamkeit vor allem älterer Menschen, denen es schwerfällt, für sich allein zu kochen.

Kalorienverbrauch gegen Kalorienzufuhr

Eine erwachsene Person mit Büroarbeit ohne viel Bewegung braucht täglich etwa 2000 Kalorien, Männer etwas mehr, Frauen eher weniger. In diese Kalorien eingepackt sein sollten alle lebenswichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in ausreichender Menge. Das ist gar nicht so einfach. Zwei Beispiele illustrieren dies. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zur Abdeckung des Bedarfs an Vitamin B12 täglich 100 bis 120 Gramm Fleisch, Fisch, Geflügel oder Tofu, abwechselnd mit zwei bis drei Eiern, 30 Gramm Hart- bzw. 60 Gramm Weichkäse oder 150 bis 200 Gramm Quark oder Hüttenkäse.

Diese Empfehlung gilt, wohlgemerkt, für gesunde Erwachsene. Ältere Menschen brauchen wegen der altersbedingt verminderten Aufnahmefähigkeit von Vitamin B12 eine höhere Dosis und auch Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Rauchen und andere spezielle Lebenssituationen erfordern eine höhere Zufuhr. Doch längst nicht jeder isst jeden Tag Fleisch oder zwei bis drei Eier und wer Milchprodukte nicht verträgt (in der Schweiz haben fast 30 Prozent der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz), kann auch nicht ohne Weiteres Käse, Quark oder Hüttenkäse essen. Abgesehen davon, dass Käse und Eier ziemlich viele Kalorien haben und in den empfohlenen Mengen zu Buche schlagen.

Noch extremer sieht es beim Eisen aus. Erwachsene Männer sollten sich gemäss offizieller Empfehlung täglich 10 Milligramm Eisen, erwachsene Frauen 15 Milligramm zuführen. In der Schwangerschaft verdoppelt sich der Bedarf auf 30 Milligramm pro Tag. Um diese Menge aufzunehmen, müsste eine Schwangere täglich 1,3 Kilogramm Rindsplätzli oder 800 Gramm Haselnüsse essen! Stellt man dazu noch in Rechnung, dass 100 Gramm Kartoffelchips rund 500 Kalorien, aber kaum Vitalstoffe enthalten, muss man die restlichen 1500 Kalorien auf sehr gesunde Nahrungsmittel verteilen, damit die Rechnung am Ende des Tages auch nur einigermassen stimmt.

    Einnahmeformen von Vitalstoffen

    • Kapseln und Tabletten sind die häufigsten Arzneiformen bei Vitalstoffpräparaten. Sie haben den Vorteil, dass für ihre Herstellung nur verhältnismässig wenige Zusatzstoffe nötig sind.
    • Sehr beliebt sind Brausetabletten, weil sie leicht einzunehmen sind und gut schmecken. Zu bedenken ist, dass diese Arzneiform Säuerungsmittel sowie Farb-, Geschmacks- und Brausestoffe enthält, die nicht jeder gut verträgt.
    • Brausesticks sind kleine Tüten mit Pulver, das man sich direkt in den Mund schütten und ohne Wasser schlucken kann. Diese Arzneiform ist praktisch auch für unterwegs.
    • Manche Vitalstoffe gibt es als Lutschtabletten. Diese eignen sich besonders gut für Kinder und für Personen, die Mühe haben, grosse Tabletten oder Kapseln zu schlucken.

    Vitalstoffmangel gezielt ausgleichen

    Die Situation spitzt sich zu, wenn die tägliche Kalorienzufuhr eingeschränkt ist, zum Beispiel weil jemand abnehmen will oder wegen Krankheit oder altersbedingt wenig Appetit hat. Der Vitalstoffbedarf ist bei Krankheit oft sogar erhöht. Erhöhten Bedarf haben auch Sportler sowie schwangere und stillende Frauen - Grund genug, bei unseren Fachpersonen Rat einzuholen.

    Müdigkeit, Muskelkrämpfe, immer wiederkehrende Erkältungen und Gelenkentzündungen sind oft Anzeichen eines Vitalstoffmangels. In vielen Fällen wird ein Multivitaminprodukt empfohlen. Oft werden auch gezielt einzelne Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente eingesetzt. Zink zum Beispiel bei Erkältungen, Eisen und Vitamin D bei allgemeiner Müdigkeit, Magnesium bei Muskelkrämpfen und Vitamin E als Zellschutzmittel.

    Beim prämenstruellen Syndrom empfehlen Experten eine Kombination von Vitamin B6, Magnesium, essenziellen Fettsäuren sowie Vitamin E. Bei Schmerzen kombiniert man die Vitamine manchmal mit einer Entsäuerungskur oder nimmt Schüssler Salze, wenn der Organismus die Vitalstoffe trotz ausreichendem Angebot nicht optimal aufnimmt.

    Gründe für eine niedrige Vitalstoff-Aufnahme

    Auch gegen eine Kur mit einem Multivitaminpräparatist nichts einzuwenden: Menschen nehmen solche Produkte über längere Zeiträume ein und bemerken einen deutlichen Anstieg Ihrer Lebensqualität. Wichtig ist, die Produkte sorgfältig auszuwählen. Es kommt darauf an, in welchem Verhältnis und in welcher Zusammensetzung die Vitalstoffe eingenommen werden. Vitamin C zum Beispiel fördert die Aufnahme von Eisen. Milch, Rotwein, Kaffee, Hülsenfrüchte und Colagetränke hemmen sie.

    Auch Störungen der Darmflora, Magenerkrankungen und einseitige Ernährungsgewohnheiten können die Aufnahme von Vitalstoffen reduzieren. Da nützt es nichts, wahllos hohe Dosen an Mineralstoffen in sich hineinzuschütten. Soll die Vitalstoffkur erfolgreich sein, braucht es eine Nahrungsergänzungstherapie, die auf die Lebenssituation abgestimmt ist. Orthomolekulare Produkte sind auf die Bedürfnisse des menschlichen Körpers abgestimmt und gewährleisten zusammen mit einer gesunden Ernährung eine optimale Versorgung.