Prostata

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Männergesundheit: Wenn die Prostata Druck macht

23.10.2026 / von 

Die Prostata begleitet Männer ein Leben lang und macht sich oft erst bemerkbar, wenn etwas nicht mehr stimmt. Warum die kleine Drüse im Alter Probleme verursachen kann und was Männer selbst für ihre Gesundheit tun können.

Vier- oder fünfmal pro Nacht aufstehen, obwohl man eigentlich nichts lieber möchte, als eine Nacht durchzuschlafen: Mit diesem Problem wenden sich Männer oft an Markus Arnold, dipl. Drogist HF und Geschäftsinhaber. «Der häufigste Grund, weshalb Männer zu uns kommen, ist der nächtliche Harndrang», sagt er. Ebenso oft berichten Betroffene, dass sie das Gefühl haben, ihre Blase nie vollständig entleeren zu können. Hinter diesen Beschwerden steckt nicht selten eine vergrösserte Prostata. Warum sich Veränderungen der Prostata oft zuerst beim Wasserlassen bemerkbar machen, erklärt ihre besondere Lage im Körper.

Kleine Drüse mit grosser Bedeutung

Die Prostata ist etwa so gross wie eine Walnuss und gehört zum männlichen Fortpflanzungssystem. Sie liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschliesst den oberen Teil der Harnröhre. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört die Produktion eines Teils der Samenflüssigkeit. Dieses Sekret versorgt die Spermien und unterstützt ihre Beweglichkeit. Die Prostata verschliesst beim Samenerguss die Harnröhre zur Blase und verhindert so zusammen mit dem Schliessmuskel der Blase, dass Samenflüssigkeit in die Harnblase gelangt.

Beim Wasserlassen verschliesst die Prostata-Muskulatur die Gänge der Prostata, sodass kein Urin eindringen kann. Solange die Prostata gesund ist, macht sie sich im Alltag kaum bemerkbar. Weil die Harnröhre jedoch mitten durch die Drüse verläuft, können Veränderungen das Wasserlassen erschweren.

«Der grösste Risikofaktor ist das Alter», sagt Markus Arnold. Tatsächlich wächst die Prostata bei vielen Männern im Laufe der Jahre. «Das gehört bis zu einem gewissen Grad zum natürlichen Alterungsprozess.» Mit zunehmendem Alter verändert sich das Zusammenspiel der männlichen Geschlechtshormone. Diese Veränderungen gelten als ein wichtiger Grund dafür, dass die Prostata bei vielen Männern langsam wächst. Auch die genetische Veranlagung spielen dabei eine Rolle. Eine vergrösserte Prostata ist deshalb im Alter nichts Ungewöhnliches. Nimmt sie jedoch mehr Platz ein, kann sie auf die Harnröhre drücken und das Wasserlassen erschweren.

Nicht jede Veränderung ist harmlos

Verursacht eine altersbedingte vergrösserte Prostata Beschwerden, handelt es sich meist um eine sogenannte gutartige Prostatavergrösserung. Sie ist die häufigste Erkrankung der Prostata und darf nicht mit Prostatakrebs verwechselt werden. Beide Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen, entstehen jedoch unabhängig voneinander. Daneben gibt es aber noch weitere Erkrankungen der Prostata. Eine Prostataentzündung wird beispielsweise meist durch Bakterien verursacht. Typische Anzeichen sind Schmerzen beim Wasserlassen sowie Beschwerden im Unterbauch oder Dammbereich – und teilweise tritt auch Fieber auf. Der Experte empfiehlt, Warnzeichen ernst zu nehmen. «Blut im Urin ist für mich immer ein Grund, Betroffene sofort zum Arzt zu schicken.» Grundsätzlich empfiehlt er Männern, gar nicht erst auf Warnzeichen zu warten, sondern frühzeitig zu handeln.

Ab 50 Jahren gehört dazu eine regelmässige Kontrolle der Prostata. Bei einer familiären Vorbelastung rät er bereits ab 45 Jahren dazu. Zur Vorsorge gehören unter anderem die Tastuntersuchung der Prostata sowie die Bestimmung des sogenannten PSA-Werts im Blut. Dabei handelt es sich um ein Eiweiss, das von der Prostata gebildet wird. Ein erhöhter Wert kann auf Veränderungen der Prostata hinweisen und zeigen, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind.

Neben der gutartigen Prostatavergrösserung und einer Prostataentzündung gehört auch Prostatakrebs zu den häufigsten Erkrankungen der Prostata. Nach Angaben der Krebsliga Schweiz erkranken hierzulande jedes Jahr rund 8'300 Männer daran. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Da Prostatakrebs im Frühstadium häufig keine Beschwerden verursacht, kann er zunächst unbemerkt bleiben. Gerade deshalb sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Das Risiko nimmt mit dem Alter zu und ist bei einer familiären Vorbelastung zusätzlich erhöht.

Prostata-Beschwerden nicht verschweigen

Viele Männer tun sich schwer damit, über Beschwerden der Prostata zu sprechen. «Viele verbinden das Organ mit ihrer Männlichkeit oder ihrer sexuellen Leistungsfähigkeit », sagt der Drogist. Aus Scham würden erste Anzeichen deshalb oft heruntergespielt oder verdrängt. Viele Männer gewöhnen sich mit der Zeit an ihre Beschwerden und nehmen Einschränkungen im Alltag als Teil des Älterwerdens hin. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern oder ihre Ursache abzuklären. Umso wichtiger sei es, Veränderungen ernst zu nehmen und offen darüber zu sprechen. Dabei könne auch die Partnerin oder der Partner eine wichtige Unterstützung sein und dazu ermutigen, Beschwerden frühzeitig abklären zu lassen.

Mit einem gesunden Lebensstil vorbeugen

Älter werden lässt sich nicht verhindern. Trotzdem können Männer selbst viel für ihre Prostata tun. «Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Früchten, gesunden Fettsäuren und möglichst wenig frittierten Speisen bildet eine gute Grundlage», sagt Markus Arnold. Ebenso wichtig seien regelmässige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und ausreichend Schlaf. Auf das Rauchen sollte möglichst verzichtet und Alkohol nur in Massen konsumiert werden.

Auch beim Trinkverhalten lohnt sich ein genauer Blick. «Viele glauben, sie müssten weniger Wasser trinken. Das ist ein Trugschluss», sagt Arnold. Entscheidend sei vielmehr, die empfohlene Trinkmenge über den Tag zu verteilen. Wer am Abend grosse Mengen trinkt, muss nachts häufiger auf die Toilette.

Letztlich sind es viele kleine Gewohnheiten, die zur Gesundheit der Prostata beitragen. Einen vollständigen Schutz gibt es zwar nicht, doch wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, Warnzeichen ernst nimmt und regelmässig zur Vorsorge geht, schafft die besten Voraussetzungen, damit die Prostata möglichst lange gesund bleibt.

Unterstützung aus der Pflanzenheilkunde

Die Pflanzenheilkunde bietet verschiedene Möglichkeiten, um die Prostata und die Blasenfunktion zu unterstützen. Kürbiskerne enthalten beispielsweise wertvolle Phytosterole, ungesättigte Fettsäuren und Mineralstoffe wie Zink. Sie werden zur Unterstützung der Prostata und der Blasenfunktion eingesetzt. Zu den bewährten pflanzlichen Wirkstoffen zählen zudem Sägepalmenextrakt und Brennnesselwurzel. Beide werden zur Unterstützung der Prostata eingesetzt und finden sich in vielen Präparaten. Auch individuell zusammengestellte spagyrische Mischungen können angewendet werden – zum Beispiel verschiedene Pflanzenessenzen wie Sabal (Sägepalme), Goldrute oder Granatapfel. Lassen Sie sich dazu von Fachpersonen beraten.