Sonne

Ratgeber / Gesundheit

Licht fürs Leben: Der Einfluss der Sonne

26.05.2026 / von 

Sonnenlicht ist mehr als nur Wärme: Es steuert Schlaf, hebt die Stimmung und produziert Vitamin D. Lesen Sie, wie es sich auf die Gesundheit auswirkt und wie man sich vor langfristigen Schäden schützen kann.

Ohne die Sonne wäre das Leben auf der Erde nicht möglich. Sie ist die zentrale Energiequelle unseres Planeten und bestimmt seit Jahrmillionen biologische Abläufe, klimatische Bedingungen und ökologische Kreisläufe. Besonders deutlich zeigt sich ihr Einfluss in der Natur. Pflanzen nutzen Sonnenlicht für die Fotosynthese, bei der sie aus Wasser und Kohlendioxid Energie gewinnen und Sauerstoff produzieren. Dieser Prozess bildet die Grundlage sämtlicher Nahrungsketten. Vom kleinsten Insekt bis zum Menschen sind alle Lebewesen direkt oder indirekt auf diese Energie angewiesen. Sonnenlicht steuert zudem Wachstumsphasen, Blühzeiten und Ruheperioden. Auch das Verhalten vieler Tierarten richtet sich nach dem Wechsel von Tag und Nacht, der durch die Sonne vorgegeben wird. Sie sorgt damit für Stabilität und Rhythmus in komplexen Ökosystemen.

Unser innerer Taktgeber

Sonnenlicht reduziert die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin beim Menschen. Helligkeit signalisiert dem Körper Aktivität, Dunkelheit hingegen Ruhe. Auf diese Weise steuert Licht unseren Tag-Nacht-Rhythmus, auch zirkadiane Uhr genannt. Dieser innere Taktgeber reguliert Schlaf-Wach-Zeiten, Hormonproduktion und Stoffwechselprozesse. Gedämpftes Licht am Abend und Tageslicht am Morgen fördert einen erholsamen Schlaf, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und unterstützt die allgemeine Leistungsfähigkeit.

Vitamin D und Knochengesundheit

Beim Menschen wirkt Sonnenlicht auf vielfältige Weise auf Körper und Psyche. Einer der bekanntesten Effekte ist die Bildung von Vitamin D3 in der Haut, was unter dem Einfluss von UVB-Strahlen geschieht. Nur mit ausreichend Vitamin D kann Kalzium effektiv in die Knochen eingebaut werden. Dort leistet es einen wichtigen Beitrag für deren Stabilität und Festigkeit. Ein längerfristiger Mangel kann deshalb zu Knochenschwäche, Muskelschmerzen oder gar Osteoporose führen. Besonders betroffen sind Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, ältere Personen sowie Menschen mit dunklerem Teint, da ihre Haut durch einen höheren Melanin-Anteil weniger Vitamin D 
produziert.

Ebenso profitiert das Immunsystem vom Aufenthalt im Freien. Denn Vitamin D spielt eine Rolle bei der Aktivierung von Abwehrzellen und unterstützt entzündungshemmende Prozesse im Körper. Ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel wird mit einer stabileren Immunantwort in Verbindung gebracht. Sonnenlicht wirkt somit indirekt als Schutzfaktor, insbesondere in Phasen erhöhter Infektanfälligkeit.

Licht als Stimmungsaufheller

Neben der körperlichen Gesundheit beeinflusst Sonnenlicht aber auch das seelische Wohlbefinden. Dass bei schönem Wetter die Laune besser ist als bei verhangenem Himmel, hat einen handfesten Grund: Das Sonnenlicht wirkt direkt auf das Gehirn und reguliert die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Serotonin. Dieses Hormon trägt wesentlich zu guter Stimmung, innerer Ausgeglichenheit und Motivation bei. Viele Menschen erleben in lichtarmen Monaten eine gedrückte Stimmung oder Antriebslosigkeit, den sogenannten Winterblues. Sonnenlicht wirkt hier wie ein natürlicher Stimmungsaufheller und unterstützt die emotionale Stabilität.

Wenn Sonne zur Belastung wird

So wertvoll die Sonne ist, sie birgt auch Risiken. Zu intensive oder ungeschützte Sonneneinstrahlung kann die Gesundheit beeinträchtigen. Sonnenbrand ist dabei der bekannteste Effekt. Die sichtbaren Folgen sind eine beschleunigte Hautalterung, verstärkte Faltenbildung, Elastizitätsverlust und Pigmentstörungen. Das sind die Resultate von UV-bedingten Zellschäden. Bei wiederholtem Auftreten wird dadurch das Risiko für Hautkrebs stark erhöht. Wer sich der Sonne zu lang ungeschützt aussetzt, kann neben Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzeschlag auch Sonnenallergien, Hitzeerschöpfung, Dehydration und Kreislaufprobleme erleben. Besonders Kinder und ältere Menschen sind stark gefährdet. Und auch die Augen reagieren empfindlich auf UV-Strahlung. Ohne Schutz kann es langfristig zu Schäden an Hornhaut und Linse kommen.

Sonnenmythen im Check

Mythos 1: Sonnencreme blockiert die Vitamin-D-Bildung.

Das hat einen wahren Kern, ist aber nicht ganz richtig. Sonnenschutz reduziert die Vitamin-D-Produktion zwar, verhindert sie aber nicht vollständig. Je nach Jahreszeit und Lebensstil kann eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D allein über die Sonne nicht gewährleistet sein. Eine Vitamin-D-reiche Ernährung sowie eine gezielte Supplementierung bieten hier eine ergänzende Möglichkeit.

Mythos 2: Sonnencreme vom letzten Jahr kann weiterverwendet werden.

Lieber nicht. Die bereits geöffnete Tube aus dem letzten Jahr hat keine garantierte Schutzwirkung mehr und sollte entsorgt werden. Ungeöffnete Produkte sind zwar meist bis zum angegebenen Datum haltbar. Wurde die Creme jedoch Hitze und Sonneneinstrahlung ausgesetzt, zeigt veränderten Geruch oder Konsistenz, kann die Schutzwirkung nachlassen, also lieber weg damit.

Mythos 3: Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand.

Das stimmt nicht. Die UV-Strahlen werden von Wasser, Sand oder hellen Flächen reflektiert. Darum sollte man auch im Schatten immer auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten.

Wirksamer Sonnenschutz im Alltag

Es lohnt sich also, stets auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten. Die direkte Mittagssonne sollte möglichst gemieden werden, da die UV-Strahlung zwischen 11 und 15 Uhr am intensivsten ist. Sich dann im Schatten aufzuhalten, ist schon mal ein guter Anfang, doch selbst das bietet noch keinen vollständigen Schutz. Auch die Kleidung spielt eine zentrale Rolle: Dicht gewebte, aber luftige helle Stoffe, ein Hut mit breiter Krempe und eine Sonnenbrille mit UV-Filter schützen Haut und Augen zuverlässig. Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor sollten grosszügig auf alle unbedeckten Hautstellen aufgetragen werden und man sollte dabei nicht sparen: Für den Körper braucht eine erwachsene Person mindestens drei Esslöffel des Produkts. Wichtig ist, den Sonnenschutz etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufzutragen und den Schutz alle zwei Stunden sowie nach dem Schwimmen oder bei starkem Schwitzen zu erneuern. Besonders exponierte Stellen wie Nase, Ohren, Nacken und Schultern benötigen zusätzliche Aufmerksamkeit.

Besonderer Schutz für Kinder

Kinderhaut ist dünner und damit empfindlicher als die von Erwachsenen. Säuglinge sollten grundsätzlich keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Für Kleinkinder gilt: viel Schatten, schützende Kleidung und speziell für Kinder entwickelte Sonnenschutzprodukte. Ein früher und konsequenter Schutz wirkt sich positiv auf die Hautgesundheit im späteren Leben aus.

Bewusst geniessen, regelmässig kontrollieren

Die Sonne ist also ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils – vorausgesetzt, man geht verantwortungsvoll mit ihr um. Regelmässige Hautchecks bei einer Fachperson sowie die Selbstkontrolle von Muttermalen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wer die Sonne bewusst geniesst, ihre Kraft respektiert und Schutzmassnahmen einhält, profitiert von ihren positiven Effekten und minimiert gleichzeitig gesundheitliche Risiken.

Alena Schoch
Am Wasser oder in den Bergen sowie beim Sport draussen ist ein hoher Sonnenschutz besonders wichtig.

Alena Schoch

Dipl. Drogistin HF und Co-Betriebsleiterin

Was ist der Unterschied zwischen chemischem und mineralischem Sonnenschutz?

Beide schützen gleich, aber funktionieren anders. Mineralischer Sonnenschutz legt sich wie ein feiner Schutzfilm auf die Haut und reflektiert die UV-Strahlen. Chemischer Sonnenschutz hingegen zieht in die oberste Hautschicht ein und wandelt UV-Strahlen in Wärme um. Er ist leichter und hinterlässt auf der Haut keinen weissen Film. Für Kinder- oder Babyhaut empfehlen sich eher mineralische Filter.

Braucht es eine andere Sonnenschutzcreme für das Gesicht als für den Körper?

Ja, idealerweise schon: Die Gesichtshaut ist empfindlicher als die Körperhaut und reagiert schneller mit Irritationen. Deshalb sind Gesichtssonnencremes oft leichter formuliert und auf andere Bedürfnisse abgestimmt, z.B. Mischhaut, Trockenheit und Anti-Aging. Körper-Sonnenschutz ist im Notfall fürs Gesicht zwar besser als nichts, aber getrennte Produkte sind besonders bei sensibler Haut sinnvoll.

Wie finde ich die passende Sonnencreme für meine Bedürfnisse?

Das hängt vom Hauttyp, der Eigenschutzzeit und dem Anlass ab. Beispielsweise braucht eine helle Haut meist LSF 50. Am Wasser oder in den Bergen sowie beim Sport draussen ist ein hoher Schutz besonders wichtig. Hier sollte man auf wasserfeste Produkte setzen. Bei uns erhält man fachkundige Beratung.