Schwitzen ist eine wichtige Körperfunktion. Doch wenn Geruch entsteht oder Hautstellen wund werden, wird es unangenehm. Wir erklären, was dahintersteckt und welche Mittel Wirkung zeigen.
Schwitzen lässt sich nicht vollständig verhindern, und das ist auch gut so. «Der Körper reguliert seine Temperatur über Millionen von Schweissdrüsen und schützt sich so vor Überhitzung. Diese Drüsen befinden sich nahezu am ganzen Körper – besonders zahlreich an Stirn, Achseln, Handflächen und Fusssohlen», erklärt Pascale Fries, dipl. Drogistin HF und Betriebsleiterin. Wenn die Körpertemperatur durch Hitze, körperliche Aktivität oder Stress steigt, produziert der Körper Schweiss. Verdunstet dieser auf der Haut, entzieht es dem Körper Energie in Form von Wärme und der Körper wird so wieder abgekühlt.
Unterschiede beim Schwitzen
Wie stark ein Mensch schwitzt, ist individuell. Neben genetischen Faktoren spielen auch körperliche Fitness, hormonelle Veränderungen oder die Umgebungstemperatur eine Rolle. «Schweiss selbst ist geruchlos und besteht nicht nur aus Wasser, sondern enthält auch verschiedene organische Stoffe», erklärt die Expertin. «Diese werden von Bakterien des natürlichen Hautmikrobioms sowie durch oxidative Prozesse abgebaut. Dabei entstehen die typischen, oft unangenehmen Körpergerüche.» Besonders in den Achseln, aber auch an den Füssen und im Intimbereich befinden sich sogenannte Duftdrüsen, deren Sekrete von Bakterien stärker zersetzt werden, weshalb hier häufiger Körpergeruch entsteht. «Ungenügende Hygiene, Körperbehaarung, synthetische Stoffe oder enge Kleidung können die Geruchsbildung zusätzlich verstärken», so die Drogistin. Auch scharfe Speisen, Genussmittel, Erkrankungen und Medikamente oder hormonelle Veränderungen, wie beispielsweise in der Pubertät, während der Wechseljahre oder in der Schwangerschaft beeinflussen den Körpergeruch.
Deodorant oder Antitranspirant?
Deodorants und Antitranspirantien gehören für viele zum Alltag, doch sie wirken unterschiedlich, wie Pascale Fries erklärt: «Deodorants enthalten geruchsüberdeckende oder geruchsreduzierende Inhaltsstoffe, verhindern jedoch nicht das Schwitzen selbst. Antitranspirantien hingegen enthalten aluminiumhaltige Salze, welche die Schweissmenge verringern.» Für eine optimale Wirkung kommt es auf die richtige Anwendung an: Antitranspirantien werden idealerweise abends auf die saubere und trockene Haut aufgetragen, damit sie über Nacht wirken und die Schweissbildung am nächsten Tag reduzieren. Direkt nach der Körperrasur ist etwas Vorsicht geboten, weil die Haut dann besonders empfindlich ist. Viele Deodorants können je nach Produkt auch mehrmals täglich zur Auffrischung verwendet werden. Aluminiumhaltige Antitranspirantien werden immer wieder mit potenziellen gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht. Die Studienlage dazu ist derzeit jedoch nicht abschliessend geklärt. «Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf Deodorants ohne Aluminiumverbindungen ausweichen», empfiehlt Pascale Fries. Diese hemmen zwar nicht die Schweissproduktion, verhindern aber den unangenehmen Geruch.
Praktische Tipps für jeden Tag
Auch die Kleiderwahl spielt eine wichtige Rolle: Helle oder sehr dunkle Stoffe lassen Schweissspuren unter der Brust, am Rücken oder in den Achseln weniger auffallen. Idealerweise sollten dabei keine synthetischen Materialien getragen werden, sondern atmungsaktive Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen, die Feuchtigkeit besser aufnehmen und die Haut schonen. Achselpads können ebenfalls helfen. Sie nehmen Schweiss auf und schützen die Kleidung vor Flecken. Noch ein Tipp der Expertin: «Salbei kann die Schweissproduktion auf natürliche Weise reduzieren. Bei stärkerem Schwitzen kann es hilfreich sein, mehrmals täglich eine Tasse lauwarmen Salbeitee zu trinken.»
Sehr unangenehm: Wenn die Oberschenkel reiben
Gerade im Sommer leiden viele Menschen unter wund geriebenen Innenseiten der Oberschenkel, umgangssprachlich «Wolf» genannt. Ursache ist eine Kombination aus Reibung, Wärme und Feuchtigkeit. Vorbeugend helfen lockere, luftige Kleidung sowie längere Unterhosen oder Radlerhosen, die den direkten Hautkontakt zwischen den Oberschenkeln verhindern. Auch spezielle Pflegeprodukte, die Feuchtigkeit aufnehmen oder die Haut schützen, können sinnvoll sein. Ist die Haut bereits gereizt oder wund, können beruhigende und heilungsfördernde Pflegeprodukte helfen. Zinksalben unterstützen den Schutz der Haut und nehmen Feuchtigkeit auf. Auch Salben mit beispielsweise Ringelblume fördern die Regeneration der Haut. Wichtig ist zudem, die betroffenen Stellen trocken zu halten und weitere Reibung zu vermeiden.