Hautpflege

Ratgeber / Schönheit

Kein Winterblues für die Haut

23.01.2026 / von 

Kälte, Wind und Heizungsluft: Der Winter verlangt unserer Haut einiges ab. Doch mit einer Extraportion Pflege und Feuchtigkeit trotzt sie der rauen Jahreszeit und bleibt zart und gut geschützt.

Wenn es draussen eisig kalt und drinnen wohlig warm ist, kann die Haut schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Denn die kalte Aussenluft enthält wenig Feuchtigkeit und durch die Erwärmung der Luft in den Innenräumen fühlt sie sich noch trockener an. «Diese Wechselbelastung schwächt die Hautbarriere und kann zu einem Spannungsgefühl, Hautschuppen oder Juckreiz führen», erklärt Erika Mosimann, Drogistin. «Besonders empfindlich reagieren Körperstellen wie Ellenbogen, Unterarme, Unterschenkel, Hände und Füsse. Sie besitzen weniger Talgdrüsen und trocknen deshalb schneller aus.»

Wenn trockene Haut zur Belastung wird

Eine gesunde Haut hingegen fühlt sich geschmeidig und elastisch an – dank ihres ausgewogenen Wassergehalts. So befinden sich in der obersten Hautschicht Lipide (Fette), die verhindern, dass zu viel Feuchtigkeit verdunstet. Sie bilden eine schützende Barriere, die Wasser in den tieferen Hautschichten bindet. Fehlt dieser Lipidfilm, verliert die Haut rasch an Feuchtigkeit – besonders im Winter. Trockene Haut ist dennoch nicht automatisch ein Krankheitsbild, sondern meist ein temporärer Zustand. Sie fühlt sich rauer an, spannt oder kann jucken, ist aber nicht automatisch entzündet. «Ein Ekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung und wird durch verschiedene dermatologische Erkrankungen verursacht», so die  Expertin, «eine Sonderform ist beispielsweise die Neurodermitis, eine chronische, schubweise auftretende Art eines Ekzems, die meist genetisch bedingt ist.» Entscheidend ist daher, die Haut stets vorbeugend zu pflegen, bevor sie aus dem Gleichgewicht gerät.

Sanft reinigen, reichhaltig pflegen

Die wichtigste Regel im Winter lautet für alle Hauttypen: mild statt aggressiv. «Zu heisses und langes Duschen oder Baden entfernt die natürlichen Fette der Haut und verstärkt die Trockenheit», betont Erika Mosimann. Mit pflegenden Duschölen hingegen trifft man vor allem im Winter die richtige Wahl. Sie kombinieren milde Reinigung mit rückfettender Pflege: «Denn Inhaltsstoffe mit natürlichen Ölen wie Jojoba-, Mandel- oder Arganöl versorgen die Haut mit essenziellen Fettsäuren, unterstützen die Regeneration des Lipidfilms und bewahren sie so vor dem Austrocknen. Feuchtigkeitsspendende Lotionen enthalten meist Inhaltsstoffe wie Glycerin, Urea oder Hyaluronsäure. Sie binden Wasser in der Haut, während reichhaltigere Körpercremes zusätzlich mit Lipiden und pflanzlichen Ölen angereichert sind, um Feuchtigkeitsverlust langfristig zu verhindern», weiss die Drogistin. Die Produkte sollten idealerweise auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen werden, da so die Feuchtigkeit besser eingeschlossen wird. Ein sanftes Peeling einmal pro Woche entfernt abgestorbene Hautschüppchen und bereitet die Haut optimal auf die Pflege vor. «Auf Duftstoffe, Alkohol und stark schäumende Tenside sollte man möglichst verzichten, da sie die Haut unnötig reizen und austrocknen können.»

Schutz für Hände und Füsse

Die Hände und Füsse neigen besonders schnell zu Rissen. Deshalb sollten die Hände mit milder Seife und lauwarmem Wasser gewaschen werden, damit die Haut nicht zusätzlich austrocknet. Nach dem Waschen ist eine reichhaltige Pflege wichtig: Eine rückfettende Handcreme mit Dexpanthenol, Sheabutter, Arganöl oder Linolsäure spendet dabei wohltuende Feuchtigkeit. Nachts kann eine intensive Pflege unter Baumwollhandschuhen oder Socken einwirken – ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick gegen raue Haut. Dasselbe gilt für die Füsse, die sich über eine feuchtigkeitsspendende Fusscreme mit Inhaltsstoffen wie Urea, Milchsäure oder Glycerin besonders freuen.

Pflege als Grundsatzentscheid

Wer seine Haut gut behandeln will, sollte deren Pflege als festen Bestandteil der täglichen Beauty- und Wohlfühlroutine sehen: nach dem Duschen eincremen, regelmässig sanft peelen und auf milde Reinigungsprodukte achten. «Kleine Gewohnheiten machen hier den grössten Unterschied», erläutert Erika Mosimann. «Wichtig ist, die Haut das ganze Jahr über zu pflegen – nicht erst, wenn sie rau und trocken ist.»

Schöne Haut von innen

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit, idealerweise in Form von Wasser oder ungesüsstem Tee, gehören zu den einfachsten und zugleich wirksamsten Massnahmen gegen trockene Haut. Wer sein Wohlbefinden zusätzlich unterstützen möchte, kann mit Nahrungsergänzungsmitteln nachhelfen: Leinöl oder Nachtkerzenöl liefern essenzielle Fettsäuren, die die Hautbarriere stärken. Sanddornöl versorgt den Körper mit Vitamin E und Omega-Fettsäuren, die regenerierend wirken. Auch spagyrische Essenzen, etwa aus Stiefmütterchen, können das Hautbild positiv beeinflussen.