Hautpilz

Ratgeber / Gesundheit

Hautpilz: Wenn die Haut juckt

26.05.2026 / von 

Hautpilze gehören zu den häufigsten, aber gut behandelbaren Infektionen.Mit einem guten Bewusstsein für die Ansteckungsquellen und den richtigen Massnahmen lässt sich wirksam vorbeugen, ohne dass man auf Aktivitäten verzichten muss, die einem wichtig sind.

Pilze gehören zur natürlichen Hautflora, können aber bei gestörter Hautbarriere oder in warmem, feuchtem Klima überhandnehmen und eine Infektion auslösen. Feuchte Hautbereiche unter der Brust, in der Leistengegend oder zwischen den Zehen bieten ideale Bedingungen für Pilzwachstum. Enge Schuhe oder langes Sitzen mit verschwitzter Kleidung begünstigen den Pilzbefall. Unbehandelt heilt ein Hautpilz meist nicht von allein und kann sich ausdehnen oder wiederkehren. Viele Betroffene unterschätzen Pilzinfektionen, weil sie sie nicht als gefährlich wahrnehmen. Die Beschwerden können aber über Wochen anhalten und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Der Hautpilz lässt sich in verschiedene Kategorien aufteilen. Der Klassiker ist die Dermatomykose. Sie befällt die oberen Hautschichten und kann Kopf, Körper oder Nägel infizieren. Zu den häufigsten Erregern gehören die Dermatophyten. Sie ernähren sich von Keratin und rufen unter anderem Fusspilz oder Nagelpilz hervor. Weitere Auslöser sind beispielsweise Hefepilze, auch Candida genannt, die vermehrt Hautfalten und Schleimhäute betreffen. In seltenen Fällen können auch Schimmelpilze beteiligt sein.

Wie erkennt man einen Pilzbefall?

Pilzinfektionen zeigen sich je nach Körperregion unterschiedlich. Typische Anzeichen sind eine gerötete, schuppende Haut, ein brennender Juckreiz oder ringförmige Ränder. Beim Fusspilz weicht sich die Haut zwischen den Zehen auf und es entstehen schmerzhafte Risse. Nagelpilze verfärben die Nägel oder machen sie brüchig. Auch kleinere Bläschen oder nässende Stellen können auftreten. Besonders dort, wo Haut auf Haut reibt. Ist die Kopfhaut betroffen, kann es zu Haarausfall und gelblich schuppenden Belägen kommen.

Weil viele Hauterkrankungen – wie Ekzeme oder allergische Hautreaktionen – ähnliche Beschwerden verursachen, ist eine genaue Beurteilung oft schwierig. Im Zweifelsfall lohnt sich eine Abklärung durch eine Fachperson, zum Beispiel in der DROPA Apotheke oder in einer Arztpraxis. Damit können andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Übertragung und Risikofaktoren von Hautpilzen

Pilze sind ansteckend. Bei Kindern sollte man besonders aufmerksam sein, weil sie Hautpilze oft über den direkten Körperkontakt weitergeben. Zu den Gefahrenherden gehören kontaminierte Oberflächen, wie benutzte Handtücher, Saunen oder die Böden in Schwimmbädern. Besonders gefährdet sind Personen, die stark schwitzen, an Diabetes erkrankt sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben. Ebenso gehört Übergewicht zu den Risikofaktoren für Pilzbefall. Bei Fettleibigkeit entstehen Hautfalten, in denen sich die Sporen gut vermehren können.

Auch die falsche Wahl der Kleidung kann Pilzbefall oder -wachstum begünstigen. Enge, synthetische Produkte saugen Schweiss auf und schaffen so ein feuchtes Milieu, in dem sich Pilze gerne vermehren. Eine gestörte Hautbarriere – verursacht durch Hautverletzungen, aggressive Duschmittel oder Antibiotikatherapie – kann das Risiko für eine Infektion zusätzlich erhöhen. Wer Haustiere wie Katzen oder Hunde besitzt, sollte bei wiederkehrenden Hautproblemen auch an die Risiken einer Übertragung durch Tiere denken.

Diagnose, Abklärung und Behandlung

In vielen Fällen können Fachpersonen anhand des Hautbildes und der Beschwerden eine Einschätzung vornehmen und ein geeignetes Arzneimittel zur Therapie abgeben. Eine frühzeitige und angemessene Behandlung hilft, die Ausbreitung der Infektion zu verhindern und das Ansteckungsrisiko für andere Personen im Haushalt zu reduzieren.

Sollten die Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlimmern, kann eine ärztliche Abklärung angezeigt sein. Bei Bedarf wird eine Probe der betroffenen Stelle im Labor untersucht, um den entsprechenden Erreger festzustellen.

Die Behandlung erfolgt meist lokal, mit Antipilzmitteln wie Cremes, Lösungen oder Sprays, die direkt auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden. Bei Nagelbefall oder grossflächigen Infektionen kann die zusätzliche Abgabe von Tabletten notwendig sein. Pilzsporen können länger überdauern und erneut aktiv werden. Deshalb ist es wichtig, die Therapie konsequent fortzusetzen, auch wenn die Beschwerden rasch abklingen.

Parallel zur Medikamententherapie trägt eine gute Hautpflege zur Heilung bei. Die betroffenen Hautstellen sollte stets trocken gehalten werden. Wer unter einer Pilzinfektion leidet, tut gut daran, auf synthetische oder enge Kleidung zu verzichten und feuchte Umgebungen zu meiden. Bei Fusspilz ist Barfusslaufen ein No-Go, insbesondere in Gemeinschaftsduschen oder in Bädern. Ebenso sollten Lotionen oder Öle, die die Haut zusätzlich weich und feucht machen, während der Infektion nicht benutzt werden, weil sie das Pilzwachstum begünstigen können.

Vorbeugen von Hautpilzen im Alltag

Viele Pilzinfektionen lassen sich mit einfachen Massnahmen vermeiden. Dazu gehört, sich nach dem Sport oder Duschen stets gut abzutrocknen. Auch atmungsaktive Kleidung aus natürlichen Fasern wie Baumwolle reduziert die Feuchtigkeit. Das tägliche Wechseln von Socken und Unterwäsche verhindert, dass Schweiss sich ansammelt, und das regelmässige Waschen von Sportmatten und Trainingszubehör reduziert die Bildung von Pilzsporen.

Bei Kindern lässt sich das Risiko senken durch häufiges Händewaschen und den Verzicht darauf, im Freibad oder beim Duschen nach dem Gruppensport die Handtücher untereinander auszutauschen. Wer im Sommer zu starkem Schwitzen neigt, wählt bevorzugt leichte und helle Kleidung. Bei der Hautpflege sind Produkte ohne Duftstoffe eine gute Wahl, da sie generell besser verträglich sind.

Beratung in der Apotheke

Von der Pflege gesunder Haut bis hin zu Beschwerden bei Fuss-, Nagel- oder Hautpilzen: In der Apotheke erhalten Sie eine fachkundige Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Haut. Bei einer Pilzinfektion helfen Ihnen unsere Fachpersonen, Symptome richtig einzuordnen und einzuschätzen, ob eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Sie erhalten alle Informationen zur Vorbeugung sowie wertvolle Empfehlungen zur unterstützenden Hautpflege oder den richtigen Einsatz von Antimykotika. Bei Bedarf empfehlen Ihnen unsere Fachpersonen geeignete Produkte oder weiterführende Ansprechpartner und begleiten Sie somit über den gesamten Behandlungs- und Heilungsprozess Ihrer Hauterkrankung hinweg.

Laura Siegrist
Hautpilze heilen selten von selbst ab.

Laura Siegrist

Apothekerin und Geschäftsinhaberin

Wie erkennt man als Laie, ob es sich wirklich um einen Hautpilz handelt?

Das ist für Laien sehr schwierig zu sagen. Typisch sind ringförmig begrenzte, gerötete Stellen, die jucken und schuppen. Hautpilze heilen selten von selbst ab. Meist befinden sie sich an feuchten Stellen, wie etwa unter der Brust, in den Achseln, in der Leistengegend. Bei Babys können sie auch in den Hautfalten auftreten.

Worauf achten Sie in der Beratung?

Am besten ist es, wenn die betroffene Person direkt vorbeikommt. Falls das nicht möglich ist, hilft ein Foto. Wichtige Fragen lauten: Ist die Haut stark entzündet? Wie gross ist die betroffene Fläche? War das Problem schon einmal da? Je nach Fall ist eine ärztliche Abklärung angezeigt oder der Pilz kann direkt behandelt werden.

Wie kann man vorbeugen?

Duschmittel verwenden, welche die Haut nicht unnötig reizen oder austrocknen, und anschliessend gut abtrocknen. Auch eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker, ausreichend Ballaststoffen, gesunden Fetten und genügend Vitaminen ist empfehlenswert, weil sie das Immunsystem unterstützt.

Ist die Anwendung von Kortison sinnvoll?

Bei einem reinen Pilzbefall nicht. Kortison kann zwar Juckreiz und Entzündung lindern, beseitigt aber den Pilz nicht. Sinnvoll ist nur eine ärztlich verordnete Kombinationscreme, die sowohl gegen Entzündung als auch gegen den Pilz wirkt.