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Gesunde Milchzähne: Zähneputzen bei Kindern

23.10.2019 / von 

Kinderzahnpflege beginnt mit dem ersten Zahn. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Zähneputzen zusammengestellt und geben Tipps für gesunde Kinderzähne.

Welches sind die häufigsten Fehler?

Häufiger Zuckerkonsum über den Tag verteilt. Bei Schoppenflaschen besteht oft eine Selbstversorgung über 24 Stunden; dies nicht nur im Säuglingsalter, sondern als ständige Begleitung auch im Buggy. In den kleinen Flaschen ist häufig so genannt gesunder Orangensaft, gesüsster Tee oder sogar Sirup, welche nicht nur als konstante Zuckerquelle, sondern oft auch als Säurespender dienen. 

Gerade die Kombination von sauer und zuckerhaltig ist besonders gefährlich für die Zähne, nicht nur für die Milchzähne. Einen weiteren Kariesrisikofaktor stellt die ungenügende oder schlechte Reinigung der Zähne dar. Auch sollte bereits ab dem ersten Milchzahn eine fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwendet werden, um die Milchzähne zu schützen.

Welche Substanzen greifen Kinderzähne an?

Der Zahnschmelz wird durch Säure angegriffen, verursacht durch Bakterien. Die in jedem Mund vorhandenen Mikroorganismen verwenden dabei Zucker als Energiequelle. Dabei entsteht das Abfallprodukt Milchsäure. Aber auch saure Getränke sind in der Lage, durch das Absenken des pHWertes im Mund den Zahnschmelz anzugreifen.

Wie müssen Kinderzähne gepflegt werden?

Die Zahnpflege beginnt im Idealfall mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen dreimal täglich die Zähne putzen, jeweils nach einer Mahlzeit. Bei Kleinkindern sind zwei Zahnreinigungen pro Tag das Minimum.

Warum spezielle Kinderzahnbürsten?

Kindermund und Kinderzähne sind anders dimensioniert als bei Erwachsenen. Eine Zahnbürste für Erwachsene würde Milchzähne nicht effektiv reinigen.

Weshalb ist Kinderzahnpasta notwendig?

Zahnpasta für Kinder enthält eine andere Konzentration an Fluorid. In der Schweiz finden sich in Kinderzahnpasta 250 ppm Fluorid und in Zahnpasta für Erwachsene 1000-1500 ppm Fluorid. Die geringere Menge an Fluorid stellt einen Schutz für das Kind dar, damit bei übermässigem Verschlucken von Zahnpasta keine Schäden entstehen.

Was lässt sich neben Zähneputzen tun?

Zweimal im Jahr sollten Kinder und Erwachsene beim Zahnarzt eine Kontrolle und eine gründliche Reinigung der Zähne vornehmen lassen. Hierbei werden auch die Zahnzwischenräume vom Biofilm gesäubert. Zudem kann ein Fluoridlack aufgetragen werden, der den Zahnschmelz härtet und die Zähne vor Säureangriffen schützt.

Weitere Tipps für gesunde Kinderzähne

  • Mahlzeiten zu festen Zeiten und gemeinsam am Tisch einnehmen. Danach die Zähne putzen.
  • Keine Dauernaschereien.
  • Eltern sollen den Nuggi oder den Löffel, womit das Kind gefüttert wird, nicht ablecken. Zur Probe der Speisen dient ein eigener Löffel für die Eltern.
  • Schoppenflaschen sollten aus Glas sein. So vermeiden Eltern eine Selbstversorgung über 24 Stunden, da der Schoppen schwerer ist und die Gefahr besteht, dass er kaputt geht. Daher nehmen Eltern den Kindern den Glasschoppen in der Regel wieder weg.
  • Für den Durst zwischendurch Wasser («Hahnenburger») oder ungesüssten Tee geben.
  • Regelmässige Kontrollen für Gross und Klein sowie professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt oder bei der Dentalhygienikerin.
  • Informationen über Zahnpflege und Ernährung erhalten Sie beim Kinder- oder Zahnarzt sowie in Ihrer Apotheke oder Drogerie.
  • Eltern sollen ihren Kindern bis etwa zur zweiten Klasse die Zähne nachputzen oder das Putzen kontrollieren.
  • Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder. Wenn Kinder sehen, wie diese ihre Zähne pflegen, fördert das eine gute Mundhygiene bei den Kleinen.