Fieber

Ratgeber / Gesundheit

Fieber: Heisse Abwehr des Körpers

24.01.2024 / von 

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Körper gegen Eindringlinge kämpft. Erfahren Sie, wie Sie ihn dabei unterstützen und bei Fieber richtig reagieren.

Man fühlt sich unwohl. Plötzlich ist einem heiss oder gar kalt, und man möchte sich einfach nur noch hinlegen. Der Fiebermesser bestätigt es: 38 Grad oder mehr. Der Körper hat Fieber.

Tief im Gehirn sitzt unser Temperaturregler: der Hypothalamus. Das Kontrollzentrum ist für den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers zuständig wie auch für die Regelung des Blutdrucks. Wenn das Immunsystem eine Bedrohung durch Viren oder Bakterien erkennt, setzt es Botenstoffe frei, die sogenannten Pyrogene. Sie signalisieren dem Körper, die Betriebstemperatur hochzufahren. Diesen Prozess nehmen wir als Fieber wahr.

Die Anhebung der Temperatur ist ein schlauer Mechanismus. Viele Mikroorganismen sind hitzeempfindlich. Das heisst, sie können sich bei höheren Temperaturen nicht mehr vermehren und sterben ab. Gleichzeitig aktiviert die gestiegene Körperwärme die eigene Virusabwehr und stimuliert den Stoffwechsel, um mehr Energie für die Bekämpfung der Infektion bereitzustellen. Fieber ist so gesehen etwas Gutes, das die Genesung des Körpers unterstützt und Zeichen einer funktionierenden Immunabwehr ist.

Heiss und elend

Schön und gut, aber weshalb müssen wir uns deshalb unwohl fühlen? Fieber beansprucht den Körper enorm. Die erhöhte Temperatur verursacht eine gesteigerte Herzfrequenz. Sie beschleunigt den Atem und kurbelt den Stoffwechsel an, weil der Körper versucht, die Wärme abzuleiten. Diese Anstrengungen verbrauchen viel Energie. Das führt zu den klassischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Muskelverspannungen. Hinzu kommen Schüttelfrost, Schwitzen und Dehydration als weitere Reaktionen auf den Temperaturanstieg. Schüttelfrost ist das Zittern der Muskeln bei Kältegefühl im Rahmen von Fieber. Es dient der Wärmeproduktion zur Aufrechterhaltung der erhöhten Körpertemperatur. Je nach Höhe des Fiebers und der Schwere der Erkrankung können Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen und ein allgemeines Schwächegefühl auftreten und den Alltag stark beeinträchtigen.

Fieber hat auch eine psychologische Wirkung. Die Sorge und das Bewusstsein, krank zu sein, können Stress und Angst verursachen, die das allgemeine Unbehagen verstärken. Daher ist es nicht nur die physische Reaktion des Körpers auf die Infektion, sondern auch die mentale und emotionale Belastung, die das Gefühl des Unwohlseins bei Fieber steigert.

Fieber richtig messen

Fiebermessen ist ein entscheidender Vorgang, um den Gesundheitszustand zu überwachen. Dabei spielt die Regelmässigkeit eine grosse Rolle, denn die Körpertemperatur schwankt während des Tages. Expert*innen empfehlen deshalb, die Temperatur immer zur gleichen Tageszeit zu messen, um vergleichbare Werte zu erhalten. Fieber kann man an verschiedenen Stellen ermitteln: im Mund, im After, in der Achselhöhle und mittels Infrarot-Thermometer im Ohr oder an der Stirn. Die reguläre Körpertemperatur bewegt sich zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Ab 38 Grad spricht man von Fieber.

Die Position des Thermometers und die Dauer der Messung können das Ergebnis beeinflussen. Ideal ist es, die Temperatur morgens und abends zu messen. Gegen Abend steigt das Fieber häufig an. Grund dafür ist der Cortisolspiegel. Cortisol ist ein Hormon, das hilft, die Entzündungen im Körper zu regulieren. Im Laufe des Tages sinkt der Spiegel, weshalb Entzündungsprozesse und Fieber am Abend zunehmen. Behalten Sie daher die Fieberentwicklung über den Tag hinweg im Blick, um gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen. Es empfiehlt sich, die Körpertemperatur im Normalzustand zu messen und zu notieren, denn diese kann von Person zu Person variieren. So hat man bei Fieber einen guten Vergleichswert.

Wann ist bei Fieber Vorsicht geboten?

Fieber ist ein natürlicher Bestandteil der Immunantwort und benötigt im Prinzip keine Behandlung. Bei einigen Punkten ist jedoch Vorsicht geboten. Temperaturen ab 39 Grad sind hoch, über 40 Grad gelten sie als kritisch und können zu zusätzlichen Gesundheitsproblemen führen. Steigt die Temperatur auf 42,6 Grad, wird es lebensbedrohlich. Auch Fieber, das länger als drei Tage anhält, sollte untersucht werden, da es ein Anzeichen für eine ernsthafte Infektion sein kann. Wenn der Allgemeinzustand einer Person schlecht ist und sich das Fieber durch Abgabe von fiebersenkenden Mitteln nicht regulieren lässt, sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Was die Prävention betrifft, so sind eine ausgewogene Ernährung, Hygiene und ausreichend Schlaf die Schlüsselkomponenten. Vitamin C kann helfen, das Immunsystem zu unterstützen, ersetzt aber keine ausgewogene Ernährung. Von zentraler Bedeutung ist die Erholung. Ein ausgeruhter Körper ist im Kampf gegen Infektionen besser gewappnet als ein übermüdeter. Fieber ist eine natürliche Reaktion und Teil des Heilungsprozesses. Die beste Reaktion darauf ist, auf unseren Körper zu hören. Geben Sie ihm die Ruhe, die er benötigt. Im Zweifelsfall können Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um sicherzugehen, dass sich keine schwerwiegende Erkrankung hinter dem Fieber verbirgt.

Kneippen und Lindenblütentee

Das ansteigende Fussbad von Kneipp ist eine altbewährte Methode zur Anregung der Durchblutung. Man beginnt mit lauwarmem Wasser, das bis knapp über die Knöchel reicht. Während 15 Minuten gibt man stetig heisses Wasser hinzu, sodass die Temperatur langsam auf 40 bis 42 Grad ansteigt. Die steigende Wärme fördert die Blutzirkulation und stimuliert das Immunsystem. Nach dem Bad Füsse gut abtrocknen und warm einpacken.

Lindenblüten sind bekannt für ihre schweisstreibenden und fiebersenkenden Eigenschaften. Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten mit kochendem Wasser übergiessen und zehn Minuten ziehen lassen. Heiss geniessen, weil so der Körper zum Schwitzen angeregt wird. Generell gilt: viel trinken in Form von Wasser oder ungesüsstem Tee, damit der Körper nicht dehydriert.

Philipp Dietschi
Fieber ist ein Warnsignal des Körpers, er braucht Erholung.

Philipp Dietschi

Dipl. Drogist HF und Geschäftsinhaber

Ist der Grund für Fieber immer eine Infektion?

Meistens. Fieber kann aber auch hormonell oder klimatisch bedingt sein, zum Beispiel bei einem Hitzestau.

Welche Fiebermessmethoden und Thermometer empfehlen Sie?



Um festzustellen, ob man überhaupt Fieber hat, reicht ein einfaches Stabthermometer, mit dem man die Körpertemperatur in der Achselhöhle misst. Für eine genaue Temperaturbestimmung ist ein Ohrthermometer optimal.

Kann man Fieber ausschwitzen?

Fiebersenkende Heilpflanzen wie Lindenblüten oder Holunder unterstützen den Körper dabei, die Temperatur selbst zu regulieren. Auch Essigsocken und Wickel mit Pflanzentüchern oder Schüssler Salzen können helfen.

In welchen Fällen sind fiebersenkende Mittel sinnvoll?

Bei hohem Fieber ab 39 Grad ist es angezeigt, die Temperatur unter Kontrolle zu bringen.

In welchen nicht?

Bei erhöhter Temperatur zwischen 37 und 38 Grad sollte man den Körper arbeiten lassen. Es lohnt sich, die Normaltemperatur seines Körpers zu kennen, um abschätzen zu können, ab wann die Temperatur tatsächlich erhöht ist.

Sollte man bei Fieber immer Bettruhe halten?

Ja, Fieber ist ein Warnsignal des Körpers. Er braucht nun Erholung.