Ratgeber / Gesundheit

Der Darm: Ein Pfeiler des Immunsystems

05.11.2019 / von 

Den Darm bringt man in erster Linie mit der Verdauung in Verbindung. Für ein intaktes Immunsystem ist er jedoch genauso wichtig, denn mit seinen Billionen von Bakterien funktioniert er wie ein Trainingspartner für die Immunabwehr.

Der Darm und das Immunsystem

Der Darm als zentrales Organ des Körpers spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um unsere Gesundheit geht. Er hat die Aufgabe, die Nahrung zu zersetzen, und entscheidet zudem, was aufgenommen wird und was nicht. Das grösste innere Organ des Körpers ist eng mit dem Blut- und Lymphsystem verbunden. Damit steht er auch im Kontakt mit der Haut sowie der Nasen-, Mund- und Bronchialschleimhaut, welche die erste Barriere in der körpereigenen Abwehrkette bilden.

Die Bakterien im Darm helfen dem Immunsystem, gutartige von schädlichen Keimen zu unterscheiden, und wirken damit wie ein Trainingsumfeld für eine gezielte Abwehrreaktion. «Man spricht vom sogenannten darmassoziierten Immunsystem», erklärt Dr. Simon Feldhaus, Facharzt für Allgemeinmedizin beim Ambulatorium der Paramed in Baar. «In der Bindegewebsschicht der Darmschleimhaut sitzt eine grosse Zahl von Immunzellen, die untereinander in regem Kontakt stehen. Dort laufen komplexe Prozesse der  Immunabwehr ab.»

100 Billionen wichtige Bakterien

Der Mensch trägt um die 100 Billionen Mikroorganismen mit sich, die auf praktisch allen Oberflächen des Körpers zu finden sind. Die grösste Konzentration befindet sich im Darm. Sie machen die Darmflora aus, die wissenschaftlich als Mikrobiom des Darms bezeichnet wird. Im Darm gibt es jedoch nicht nur gute Mikroorganismen. Damit schädliche Bakterien nicht in den Körper eindringen, bildet die Darmflora zusammen mit der Schleimhaut und dem assoziierten Immunsystem eine dreistufige Abwehrkette, die auch Darmbarriere genannt wird.

Die Zusammensetzung der Mikroorganismen ist eng mit der Art der Ernährung verknüpft. «Bei einer pflanzlichen Ernährung beziehen sie ihre Energie hauptsächlich aus Kohlenhydraten, bei einer tierischen Kost aus Proteinen», sagt Dr. Simon Feldhaus. Aus evolutionärer Sicht ist diese Flexibilität des Mikrobioms für den Menschen sehr hilfreich, um sich an verschiedene Nahrungsquellen anpassen zu können.

Massive Veränderung in 24 Stunden

Die Zusammensetzung der Bakterien im Darm kann sich innerhalb eines Tages verändern. Grund kann zum Beispiel eine Änderung der Ernährung sein, aber auch der Einfluss von Stress spielt eine wichtige Rolle für die Darmflora. «Im Gegensatz dazu zeigt sich das Mikrobiom bei ausgeglichenen Verhältnissen stabil», sagt Dr. Simon Feldhaus.

Eine gesunde Darmflora verlangt ein leicht saures Umfeld. Das bedeutet einen pH-Wert von ungefähr 6. «Die Bakterien müssen genügend Nahrung erhalten, vor allem in Form von Ballaststoffen», hält Dr. Simon Feldhaus fest. Am einfachsten erreicht man dies über eine breit gefächerte Ernährung mit Pflanzenfasern als Ballaststoffen und fermentierten Produkten wie beispielsweise Sauerkraut.

Besser Omega-3 statt Omega-6

Eine Ernährung, die den Darm in seiner Abwehrfunktion unterstützt, sollte auch viele gesunde Proteine und gesunde Fette beinhalten. Dazu zählen die Omega-3- und die einfach gesättigten Fettsäuren in Form von Olivenöl, Avocados, Mandeln oder Fisch. Sie fördern die Entwicklung der Darmflora. Fette wie beispielsweise Omega-6-Pflanzenöle hingegen können eine Gewichtszunahme und gewisse Entzündungsprozesse fördern.

«Naturbelassene und möglichst unbelastete Nahrungsmittel sind eine gute Wahl für den Darm», empfiehlt Dr. Simon Feldhaus. «Zu meiden sind ungesättigte, entzündungsfördernde Fettsäuren, fein vermahlenes Getreide und allgemein schnell verwertbare Kohlenhydrate ebenso wie industriell verarbeitete Fertignahrung.»

Probiotika sorgen für Balance

Wer die normale Funktion des Darms weiter unterstützen möchte, kann dies mit der Ergänzung durch probiotische Lebensmittel tun. Unter Probiotika versteht man lebende Bakterien oder Pilze, die sich im Darm vermehren und einen gesundheitlichen Nutzen vermitteln. Es können aber auch abgetötete Mikroorganismen und deren Bestandteile verwendet werden. Zu den bekannten Nahrungsmitteln mit probiotischer Wirkung
zählen Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Miso, saure Gurken sowie Essig.

«Probiotika kommen auch therapeutisch zum Einsatz», erklärt Dr. Simon Feldhaus. «Mit ihnen können Darmfunktionsstörungen wie zum Beispiel Verstopfungen, Allergien oder gewisse Hautprobleme behandelt werden sowie Störungen, die in Zusammenhang mit Antibiotika stehen»

Präbiotika

Eine weitere Kategorie von Nahrungsmitteln, die dem Darm helfen, seine Aufgabe zu erfüllen, sind die Präbiotika. Sie fördern das Wachstum wichtiger Bakterienarten im Dickdarm. Zu ihnen gehören unter anderem Chicorée, Topinambur, Artischocken, Löwenzahnwurzeln, Zwiebeln und Schwarzwurzeln. Die unverdaulichen Pflanzenfasern dienen den probiotischen Bakterien als Nahrungsquelle und unterstützen so die Darmflora.

Konservierungsmittel stören

Konservierungsstoffe in Lebensmitteln haben die Aufgabe, Bakterien abzutöten. Die Frage stellt sich, ob sie dies auch im Darm machen. «Dieser Umstand wird noch wissenschaftlich abgeklärt», sagt Dr. Simon Feldhaus. «Man weiss aber, dass Konservierungsmittel die Darmschleimhaut und deren Integrität stören und im Darm zu einer entzündlichen Reaktion führen.» Daraus lässt sich schliessen, dass Farb- und Konservierungsstoffe durchaus eine schädliche Wirkung auf das Immunsystem im Verdauungstrakt haben können.

Antibiotika: So schützen Sie Ihren Darm

Beim Einsatz von Antibiotika kann es zur Störung der Darmflora kommen. Wie stark die Auswirkungen sind, hängt vom eingesetzten Arzneimittel ab. «Ein normales Penicillin hat einen deutlich geringeren Einfluss als die heutzutage angewendeten Breitspektrum-Antibiotika», erklärt Dr. Simon Feldhaus.

Studien zeigen auf, dass eine Antibiotika-Therapie viele der nützlichen Darmbakterien abtötet. Erst nach ungefähr sechs Monaten erholt sich das Mikrobiom des Darms. Im schlimmsten Fall kann es zu einem dauerhaften Verlust einzelner Arten und einer erhöhten Zahl von Resistenz-Genen in bestimmten Bakteriensorten kommen. Eine probiotische Kur nach der Antibiotika-Therapie kann diesen Folgen entgegenwirken.

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Dr. Simon Feldhaus

Dr. Simon Feldhaus

Dr. med. Simon Feldhaus ist Arzt beim Ambulatorium der Paramed in Baar. Er verfügt über eine schulmedizinische wie auch über eine alternativmedizinische Ausbildung als Heilpraktiker und TCM-Therapeut, arbeitet als Schmerztherapeut und ist Spezialist für orthomolekulare Medizin. Das Ambulatorium der Paramed basiert auf der grossen Erfahrung von Therapeuten aus verschiedenen Richtungen und setzt den Ansatz ganzheitlicher Medizin konsequent um.