Wenn das Leben an Fahrt aufnimmt, gerät die Haut leicht aus dem Takt. Ein sanftes Pflegeprogramm, bewusste Momente der Ruhe und eine ausgewogene Ernährung bringen sie wieder ins Gleichgewicht.
Hand aufs Herz: Wer kennt sie nicht, diese Tage, an denen alles etwas viel ist? Wenn innere Unruhe, ein hektischer Alltag oder Schlafmangel überhandnehmen, kann der Körper mit einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen reagieren. Das beeinflusst die Hautgesundheit direkt. Der natürliche Barriereschutz sowie der Feuchtigkeitshaushalt geraten aus dem Lot, sodass Entzündungen leichtes Spiel haben. Die Folgen sind ein fahler Teint, Rötungen, Unreinheiten oder Trockenheit. Jede Haut reagiert anders. Dass Stress der Auslöser ist, merkt man vor allem daran, dass die Beschwerden immer wieder in belastenden Situationen auftreten. Entscheidend ist, frühzeitig mit einer Pflege gegenzusteuern, die beruhigt, stärkt und der Haut hilft, sich zu regenerieren.
Jetzt darf die Haut aufatmen
Gestresste Haut braucht vor allem eines: Ruhe. Und zwar nicht nur seelisch, sondern auch im Pflegealltag. Eine übersichtliche, milde Routine ist deshalb zielführender als ein überladenes Pflegeprogramm. Um überempfindliche, trockene, unruhige oder fleckige Haut wieder zu stabilisieren, braucht es milde Formulierungen und Wirkstoffe, die Reizungen nicht nur kaschieren, sondern gezielt an der Stärkung der Hautbarriere ansetzen. Panthenol unterstützt die Zellerneuerung, mindert Irritationen und fördert die Regeneration geschwächter Haut. Hautähnliche Lipide wie Cer-Omega tragen zur Regeneration der Hautbarriere bei. Auch Produkte mit Thermalwasser reparieren, gleichen aus und spenden intensive Feuchtigkeit. Wer intensive und kühlende Feuchtigkeit bei heisser oder geschwollener Haut braucht, macht mit Aloe Vera alles richtig. Ringelblume wiederum wirkt entzündungshemmend und beschleunigt die Abheilung kleiner Irritationen. Zusammen helfen diese Wirkstoffe, die gestresste Haut zu beruhigen, ihre Widerstandskraft aufzubauen und ihr ein gesundes, entspanntes Hautgefühl zurückzugeben. Bei gereizter Haut sollte man ein mildes Enzympeeling verwenden, da es abgestorbene Hautzellen schonend löst – ganz ohne grobe Schleifpartikel. Auch Masken können gestresste Haut beruhigen, vorausgesetzt, sie sind sanft formuliert und frei von reizenden Duft- oder Alkoholanteilen. Gut verträglich sind auch gelartige Masken mit kühlendem Effekt, die Schwellungen reduzieren.
Beruhigende Rituale für Körper und Geist
Doch Pflege ist mehr als eine Creme. Gerade wenn die Haut unter Stress steht, lohnt es sich, Routinen zu schaffen, die nicht nur die Haut, sondern auch das Nervensystem beruhigen. Eine Atemtechnik, die sofort für Entspannung sorgt, ist die 4–4–6-Methode: vier Sekunden durch die Nase einatmen, den Atem vier Sekunden halten und sechs Sekunden langsam durch den Mund ausatmen. Diese verlängerte Ausatmung senkt den Stresspegel und löst Spannungen im Gesicht. Für eine feine Gesichtsmassage eignet sich ein leichtes, beruhigendes Massageöl, das die Haut nicht beschwert. Besonders gut verträglich sind Öle auf Basis von Jojoba-, Mandel- oder Traubenkernöl: Sie ziehen rasch ein, wirken ausgleichend und enthalten natürliche Fettsäuren sowie Antioxidantien, die gereizte Haut beruhigen.
Formulierungen mit zusätzlichen Pflanzenextrakten wie Kamille (Camomilla) oder Ringelblume (Calendula) lindern Rötungen, mindern Entzündungen und fördern die Regeneration. Mit den Händen oder einem kühl gelagerten Jade-Roller sanft einmassiert, fördert das Öl die Mikrozirkulation und löst verspannte Gesichtspartien. Kühle Kompressen sorgen dafür, dass Schwellungen zurückgehen und die Haut sich frisch anfühlt. Wichtig ist, diese Momente der Ruhe bewusst zu gestalten, kurz innezuhalten und die innere Unruhe loszulassen.
Der ganzheitliche Ansatz zählt
Ausreichend Schlaf ist zentral für die Gesundheit, so auch für die Haut, denn die Zellregeneration läuft in der Nacht auf Hochtouren. Wer in stressigen Phasen vermehrt zu Kaffee, Alkohol oder Nikotin greift, sollte sich Alternativen schaffen, da diese Genussmittel Entzündungen fördern, die Erholung der Haut verzögern und die Hautalterung beschleunigen. Viel Wasser, Kräutertees, frische Snacks und kleine bewusste Pausen im Alltag sind ein guter Plan, um bald Besserung zu erfahren. Diese Rituale wirken nicht nur entspannend, sondern zeigen sich auch sichtbar im Teint.
Stärkung von innen
Eine ausgewogene Ernährung mit frischen, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln, hochwertigen Fettsäuren und wenig Zucker wirkt entzündlichen Prozessen entgegen und stabilisiert die Hautbarriere. Wer auf übermässigen Konsum von Kaffee oder Energydrinks verzichtet, entlastet zusätzlich das Nervensystem, denn beides kann Stressreaktionen und Hautirritationen verstärken. Auch ausreichend Flüssigkeit ist entscheidend: Wasser und Kräutertees unterstützen den Stoffwechsel und sorgen dafür, dass die Haut praller und widerstandsfähiger bleibt. Ergänzend helfen regelmässige Bewegung, Yoga oder Meditation, den Stresspegel zu senken und die Durchblutung zu fördern. Damit verfolgt man einen ganzheitlichen Ansatz, der die Haut beruhigt, von innen nährt und ihr hilft, langfristig im Gleichgewicht zu bleiben.

Eva Summa
Dipl. Drogistin HF und Co-Betriebsleiterin
Wie kann man die Haut in stressigen Phasen unterstützen?
Mit spagyrischen Mischungen, die wir individuell auf Hautbild und Gemütszustand abstimmen. Bewährte Pflanzen sind etwa Viola tricoloris, die Entzündungen lindert, Cardiospermum gegen allergische Hautreaktionen oder Sarsaparilla bei trockenen Ekzemen. Sie unterstützen den Hautstoffwechsel und wirken beruhigend. Auch Mikronährstoffe helfen, die Haut widerstandsfähiger zu machen. Vitamin D kann das Immunsystem stärken und entzündungshemmend wirken, Zink reguliert die Talgproduktion und hemmt Bakterien. Omega-3-Fettsäuren und Nachtkerzenöl beruhigen, reduzieren Rötungen und unterstützen die Hautbarriere. Bewährt hat sich auch Selen in Kombination mit Vitamin C oder E für eine gute antioxidative Wirkung.
Ist der Darm ein entscheidender Faktor für gesunde Haut?
Ist das Darmmikrobiom im Gleichgewicht, reagiert auch die Haut widerstandsfähiger auf Stress. Pro- und Präbiotika können hier unterstützen, weil sie das Immunsystem modulieren, Entzündungen regulieren und Hautsymptome lindern.
Welche Wirkstoffe in Pflegeprodukten würden Sie empfehlen?
Seidenproteine wirken wie ein Schutzfilm, der die Haut vor dem Austrocknen bewahrt und Feuchtigkeit bindet. Sie glätten die Oberfläche, sorgen für Elastizität und unterstützen die Regeneration geschädigter Zellen. Und dank Apfelstammzellen reagiert die Haut weniger empfindlich auf Reizungen, denn sie schützen vor Umwelteinflüssen.