«Nach einem langen Tag im Büro leide ich abends oft an Nackenverspannungen. Wie kann ich diese behandeln beziehungsweise vorbeugen?»

Christoph Moser
Eidg. dipl. Drogist und Geschäftsinhaber
Verspannungen im Nacken entstehen meist durch eine Überbeanspruchung der Muskulatur. Verursacht wird diese in der Regel durch Fehlhaltungen im Schlaf oder am Arbeitsplatz – langes Sitzen im Büro, am Computer oder am Handy –, mangelnde Bewegung, Zugluft oder psychische Belastungen wie Stress. Auslöser für Nackenverspannungen können allerdings auch ein Schleudertrauma, Zerrungen sowie rheumatische Erkrankungen sein. Typische Symptome sind ein steifer Hals, eingeschränkte Beweglichkeit, Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich, Spannungskopfschmerzen, Schwindel oder sogar Sehstörungen. Jetzt im Winter treten Nackenverspannungen häufiger auf. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Muskeln sich bei Kälte mehr verkrampfen und die Durchblutung vermindert ist.
Um die Beschwerden zu lindern, eignet sich Wärmetherapie sehr gut. Zur äusserlichen Anwendung empfehlen sich etwa spezifische, leicht wärmende Emulsionen aus der Drogerie oder Apotheke. Sie vermitteln ein angenehmes Wärmegefühl und helfen Schmerzen und Verhärtungen der Muskeln zu lindern. Auch schmerzstillende, durchblutungsfördernde oder wärmende Pflaster sind eine Therapiemöglichkeit. Dazu kommen die klassischen Hausmittel: Kartoffel- oder Heublumenwickel, Wärmeflaschen, Traubenkernkissen oder warme Duschen. Hilfreich können zudem Kinesio-Tapes sein, welche die Durchblutung in den verhärteten Bereichen verbessern sowie den schmerzenden Nacken stützen und damit entlasten. Ebenso können ein wärmendes Bad, Stretching oder ein leichtes Krafttraining helfen. Ich rate dazu, nur im Akutfall und kurzfristig zu Schmerzmitteln zu greifen.
Wichtig: Wenn die Schmerzen trotz Selbstbehandlung nicht besser werden oder die Betroffenen ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl verspüren, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Auch wenn das Kinn nicht mehr gut Richtung Brust gesenkt werden kann, muss eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, da dies ein Anzeichen einer Meningitis (Hirnhautentzündung) sein kann.
Um Nackenschmerzen effizient vorzubeugen, lohnt sich die Anschaffung eines anatomisch geformten Nackenkissens. Dieses stützt den Nacken und die Schulterpartie korrekt, wodurch Halswirbel, Muskeln und Nervenbahnen entlastet sowie die Blutzirkulation verbessert wird.