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Ratgeber / Gesundheit

Impfungen: Bereit für die Viren-Saison

23.10.2026 / von 

Grippe (Influenza) und Covid-19 beginnen häufig mit plötzlichen und erkältungsähnlichen Symptomen. Daraus können sich schwere Krankheitsverläufe entwickeln. Deshalb werden Impfungen für Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen.

Eine Impfung ist wie eine Übungseinheit für das körpereigene Abwehrsystem. Der Impfstoff zeigt dem Immunsystem einen ungefährlichen Teil eines Erregers oder eine Bauanleitung dafür. So lernt der Körper bei einer Infektion den Erreger viel schneller zu erkennen und kann ihn beseitigen – im besten Fall bevor wir krank werden.

Für die Immunabwehr gibt es drei besonders wichtige Arten von Zellen: Die B-Zellen bilden passende Antikörper, also Eiweisse, die Erreger abfangen können. Die T-Zellen helfen, infizierte Körperzellen zu erkennen und die Abwehr zu steuern. Gedächtniszellen merken sich den Erreger und können bei einem späteren Kontakt schneller reagieren. Der Aufbau einer funktionierenden Abwehr braucht Zeit. Der volle Schutz ist nicht sofort am Tag der Impfung vorhanden, sondern entwickelt sich über den Zeitraum von mehreren Tagen bis zu etwa zwei Wochen. Das ist der Grund, weshalb der Herbst ein guter Zeitpunkt für Impfungen ist, bevor dann im Winter viele Atemwegsviren zirkulieren.

Eine Grippe ist mehr als eine «starke Erkältung»

Eine Grippe sollte man auf keinen Fall auf die gleiche Stufe wie eine Erkältung stellen, auch wenn Ähnlichkeiten bei den Symptomen bestehen. Die echte Grippe heisst Influenza und wird durch Influenzaviren verursacht. Sie wird über Tröpfchen und kleine Atempartikel beim Husten, Niesen oder Sprechen weitergegeben, kann aber auch über Hände und Oberflächen auf die Schleimhäute gelangen. Typisch für die Grippe ist ein eher plötzlicher Beginn mit Fieber, Frösteln, trockenem Husten, Kopfweh, Muskel- und Gliederschmerzen sowie starker Müdigkeit.

Eine Erkältung hingegen beginnt oft schleichender, bleibt häufiger bei Schnupfen, Halsweh und leichterem Krankheitsgefühl und verursacht seltener hohes Fieber. Verantwortlich hierfür sind verschiedene Viren, beispielsweise Rhino- oder Adenoviren. Von einer Erkältung erholen sich die meisten Menschen mit Ruhe, genügend Flüssigkeit und fiebersenkenden oder schmerzlindernden Mitteln. Die Fachpersonen in der Apotheken helfen bei der Auswahl geeigneter Arzneimittel.

Wichtig zu wissen: Antibiotika helfen gegen Grippeviren nicht. Auch bei der Grippe lindert man die Beschwerden meist mit denselben Massnahmen wie bei einer Erkältung. Bei hohem Risiko für Komplikationen oder bei schwerem Verlauf kann eine Ärztin oder ein Arzt prüfen, ob ein antivirales Medikament sinnvoll ist. Besonders gefährdet sind Menschen ab 65 Jahren, Schwangere, Personen mit chronischen Krankheiten, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Säuglinge und frühgeborene Kinder. Bei ihnen kann Influenza zu einer Lungen- oder Herzmuskelentzündung führen.

Im Unterschied zur Erkältung kann man sich gegen die Grippe impfen lassen (siehe Infobox). Zusätzlich zu den Standardimpfstoffen steht ein Hochdosis-Grippeimpfstoff zur Verfügung, welcher für Personen ab 75 Jahren und für Personen ab 65 Jahren mit einem zusätzlichen Risikofaktor empfohlen ist.

Impfangebot in der Apotheke

In der Schweiz dürfen Apotheken auch Impfungen anbieten. Laut dem Schweizer Apothekenverband PharmaSuisse ist das Impfen mittlerweile in jedem Kanton möglich, die erlaubten Impfungen und Voraussetzungen sind aber kantonal unterschiedlich geregelt. Das Angebot richtet sich an Personen ab 16 Jahren, für die eine Impfung kein besonderes Risiko darstellt. Apothekerinnen und Apotheker, die impfen, benötigen eine entsprechende Aus- und Weiterbildung sowie eine kantonale Bewilligung. Wer sich impfen lassen möchte, sollte den Impfausweis mitbringen und vorgängig klären, welche Impfungen die gewählte DROPA Apotheke anbietet und ob die Voraussetzung für eine Impfung in der Apotheke erfüllt ist. Finden Sie eine Impf-Apotheke in Ihrer Nähe.

Auch Covid bleibt ein Thema

Covid-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst. Auch dieses Virus verbreitet sich über die Atemwege, besonders in Innenräumen und bei engem Kontakt. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Zu den häufigen Symptomen gehören Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber, Kopfweh, Gliederschmerzen, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Covid kann mild verlaufen, aber auch schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Halten nach der akuten Infektion die Beschwerden länger an, bezeichnet man das als Post-Covid-19-Erkrankung, umgangssprachlich Long Covid.

Die Behandlung der akuten Covid-19-Infektion richtet sich nach dem Verlauf. Bei leichten Beschwerden stehen Schonung, Trinken und Linderung von Fieber, Schmerzen oder Husten im Vordergrund. Wer ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf hat, sollte bei Verdacht früh medizinischen Rat 
einholen. Dann kann ein Test hilfreich sein, weil damit eine frühe Behandlung geprüft werden kann.

In der Schweiz wird die Covid-Impfung im Herbst und Winter vor allem Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko empfohlen, etwa Menschen ab 65 Jahren, Schwangeren sowie Personen ab 16 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen oder Trisomie 21. Grippe- und Covid-Impfung können gut beim selben Termin verabreicht werden.

Viren verändern sich

Grippe und Covid haben Gemeinsamkeiten: Beide werden durch Viren ausgelöst, beide betreffen die Atemwege, beide können besonders für Risikogruppen ernst werden. Trotzdem sind sie nicht dasselbe. Influenza beginnt häufiger schlagartig und mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Covid ist variabler und kann länger anhaltende Beschwerden hinterlassen. Die Grippeimpfung schützt nur vor Influenza, nicht vor Covid und nicht vor gewöhnlichen Erkältungen. Die Covid-Impfung schützt vor allem vor schweren Covid-Verläufen, jedoch nur bedingt vor einer Ansteckung.

Ein weiterer Punkt verbindet beide Erkrankungen: Die Viren verändern sich. Bei Influenza zirkulieren jedes Jahr andere Stämme, deshalb wird der Impfstoff jährlich angepasst. Auch SARS-CoV-2 entwickelt neue Varianten, weshalb auch Covid-Impfstoffe regelmässig überprüft und angepasst werden.

Beratung in der Apotheke

Die Apotheke ist eine ideale, niederschwellige Anlaufstelle, wenn jemand unsicher ist, ob eine Impfung empfohlen ist. Die Fachpersonen können ausserdem den persönlichen Impfausweis prüfen und mit dem Schweizerischen Impfplan vergleichen. Dabei geht es auch um andere empfohlene Auffrischimpfungen und persönliche Risikofaktoren. Vor einer Impfung werden frühere Impfreaktionen, Allergien, aktuelle Erkrankungen, Medikamente, eine allfällige Schwangerschaft, eine Immunschwäche und das Alter abgeklärt (siehe Infobox).

Wer soll sich impfen lassen?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Grippeimpfung für folgende Personengruppen:

  • Über 65-Jährige
  • Schwangere (ab 2. Trimenon) und Frauen, die in den letzten vier Wochen entbunden haben
  • Frühgeborene (vor der 33. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1'500 Gramm) ab dem Alter von sechs Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt
  • Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
  • Personen, die privat regelmässigen Kontakt mit Menschen aus diesen genannten Personengruppen oder mit Säuglingen unter 6 Monaten haben
  • Gesundheits- und Pflegefachpersonal
  • Mitarbeitende von Kinderkrippen, Tagesstätten sowie Alters- und Pflegeheimen
  • Personen, die regelmässig Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln haben
  • Die Grippeimpfung kann auch für alle Personen in Betracht gezogen werden, die ihr Risiko für eine Grippe aus privaten und/oder beruflichen Gründen vermindern möchten.