Zecke

Ratgeber / Gesundheit

FSME / Borreliose: Kleine Zecke, grosse Gefahr

24.02.2026 / von 

Zecken sind klein, aber nicht harmlos. Sie übertragen Erkrankungen wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Mit dem richtigen Schutz und der notwendigen Vorsicht lässt sich die Natur unbeschwert geniessen.

Zecken sind unscheinbare Spinnentiere, aber der Kontakt mit ihnen kann schwere Folgen haben. Besonders wohl fühlen sie sich auf Wiesen, im Wald, in Büschen und in hohem Gras. Dort lauern die Krankheitsträger auf ihre Wirte, zu denen auch wir Menschen gehören. Anders, als der weitverbreitete Glaube besagt, fallen Zecken nicht von Bäumen. Sie sitzen auf Gräsern oder Sträuchern, meist auf Kniehöhe, und warten auf vorbeistreifende Lebewesen.

Mit ihren feinen Sinnesorganen spürt die Zecke Körperwärme und nimmt Gerüche wie auch Bewegungen wahr. Streift jemand an ihr vorbei, klammert sie sich fest und sucht eine geschützte Hautstelle, wo sie mit dem Blutsaugen beginnt. Die Zecke zählt zu den sogenannten äusseren, temporären Parasiten, denn nach ihrer Blutmahlzeit verlässt sie ihren Wirt wieder.

In der Schweiz werden Zecken vor allem zwischen März und Oktober aktiv, sobald die Temperaturen über acht Grad steigen. In besonders milden Wintern sind sie teilweise das ganze Jahr über anzutreffen. Die häufigste Art ist der Gemeine Holzbock. Er nutzt verschiedene Tiere wie Rehe, Mäuse oder Vögel als Hauptwirte. Aber auch Menschen können befallen werden, sie zählen jedoch zu den sogenannten Nebenwirten. Eine Zecke saugt sich über mehrere Tage voll und fällt danach vom Körper ab. Das geschieht meist unbemerkt, weil ihr Stich kaum spürbar ist.

So lästig und gefährlich Zecken auch sein mögen, sie nehmen in unserem Ökosystem eine sinnvolle Rolle ein. Sie sind Teil der Nahrungskette und werden vor allem von Vögeln und Kleinsäugern verspeist. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Zecken können gefährliche Krankheitserreger übertragen. Fachleute schätzen, dass rund fünf bis dreissig Prozent der Zecken mit Borrelienbakterien infiziert sind.

Borreliose: Eine heimtückische bakterielle Infektionskrankheit

Lyme-Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht. Anders als bei FSME dauert es hier meist mehrere Stunden, bis die Erreger beim Saugen übertragen werden. Wird die Zecke frühzeitig entfernt, sinkt das Risiko deutlich. In der Schweiz gelten alle Regionen als Risikogebiete für Borreliose.

Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien. Ein typisches frühes Anzeichen ist die sogenannte Wanderröte, eine runde, sich langsam ausbreitende Rötung um die Stichstelle. Sie kann Tage oder Wochen nach dem Stich auftreten. Hinzu kommen oft Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen. Unbehandelt kann die Infektion Gelenke, Nerven oder das Herz betreffen und chronische Beschwerden verursachen.

Die Diagnose basiert auf den Symptomen und, falls nötig, auf einem Bluttest. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Umso wichtiger ist die Vorsorge: Nach jedem Aufenthalt im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden, besonders Kniekehlen, Achseln und der Halsbereich. Zecken lassen sich mit einer Zecken-Pinzette oder einer speziellen Zeckenkarte entfernen. Je schneller das geschieht, umso geringer ist das Risiko einer Infektion.

FSME: Eine Viruserkrankung mit grippeähnlichen Symptomen

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Virusinfektion, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Mit Ausnahme des Kantons Tessin gilt mittlerweile die ganze Schweiz als Risikogebiet. Das Virus gelangt schon kurz nach dem Stich in den Blutkreislauf. Typischerweise beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeiner Müdigkeit. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden ab. Doch bei etwa einem Drittel der Betroffenen folgt eine zweite Krankheitsphase. Dann kann sich das Virus auf das zentrale Nervensystem ausbreiten und eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung verursachen. Starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Schwindel oder Lähmungserscheinungen sind Warnzeichen, die ernst genommen werden müssen.

Die Diagnose erfolgt durch Bluttests, bei denen Antikörper gegen das FSME-Virus nachgewiesen werden. Eine gezielte Therapie gibt es nicht, die Behandlung ist unterstützend. Bettruhe, Fiebersenkung und Schmerzlinderung stehen im Vordergrund, bei schweren Verläufen ist ein Spitalaufenthalt nötig.

Am wirksamsten gegen FSME schützt prophylaktisch die Impfung. Sie wird für alle Personen ab drei Jahren empfohlen, die sich regelmässig in Risikogebieten aufhalten.

Schutz im Alltag

Wer sich viel draussen aufhält, kann das Risiko durch einfache Gewohnheiten stark verringern. Lange Kleidung und festes Schuhwerk erschweren Zecken den Zugang zur Haut. Helle Kleidung hilft, Zecken früh zu entdecken. Nach Spaziergängen oder Gartenarbeiten lohnt sich ein kurzer Check: Finden Sie eine Zecke, entfernen Sie sie sofort, desinfizieren Sie die Stelle und beobachten Sie die Haut in den folgenden Wochen.

Hausmittel wie Öl oder Klebstoff sind nicht geeignet, da sie die Zecke reizen und die Erreger dadurch schneller abgegeben werden können. Auch Tiere sollten regelmässig kontrolliert werden, denn Hunde und Katzen bringen oft Zecken mit ins Haus.

Wenn nach einem Stich grippeähnliche Beschwerden, Hautveränderungen oder Gelenkschmerzen auftreten, sollte rasch eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Zeckenstiche sind zwar meist harmlos, doch Aufmerksamkeit und Vorsicht können ernsthafte Erkrankungen verhindern. Die Fachpersonen in Ihrer DROPA Apotheke beraten Sie gerne zur FSME-Impfung, zu Zeckenschutzmitteln und zur richtigen Entfernung von Zecken.

Zecken richtig entfernen

Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden. Am besten eignet sich dafür eine Zecken-Pinzette oder eine spezielle Zeckenkarte. Die Zecke möglichst nah an der Haut fassen und langsam, gerade herausziehen, ohne sie zu drehen oder zu quetschen. So verhindert man, dass Krankheitserreger in die Wunde gelangen. Danach die Hautstelle desinfizieren und in den nächsten Wochen gut beobachten. Bildet sich eine Rötung, die sich ausbreitet (Wanderröte), oder treten grippeähnliche Symptome auf, sollte man ärztlichen Rat einholen. Wer unsicher ist, kann die Zecke auch in der Apotheke professionell entfernen lassen. Entsorgt wird sie am besten in einem verschlossenen Behälter über den Hauskehricht, nie über Toilette oder Lavabo, weil Zecken dort überleben könnten.

Impfen in der Apotheke

Mehr zum Impfangebot der unserer Apotheken inkl. Möglichkeiten zur Terminbuchung finden Sie unter "Impfungen".

Ceren Semi
Eine Zecke sollte immer gerade herausgezogen werden.

Ceren Semi

Apothekerin und Betriebsleiterin

Welche Mythen rund um Zecken begegnen Ihnen häufig?

Oft hört man, dass eine Zecke beim Entfernen unbedingt gedreht werden müsse. Das stimmt nicht. Sie sollte immer gerade herausgezogen werden. Ein weiterer verbreiteter Irrtum ist, dass keine Krankheiten übertragen werden, wenn die Zecke sofort entfernt wird. Das Risiko ist zwar kleiner, aber nicht ausgeschlossen.

Spielt der Zeitpunkt der FSME-Impfung eine Rolle?

Idealerweise beginnt man mit der Grundimmunisierung im Winter. Sie besteht aus drei Impfungen, wobei die dritte etwa sechs Monate nach der ersten erfolgt. Der vollständige Schutz entsteht erst nach Abschluss dieser Serie. Je früher man sich also in der kalten Jahreszeit impfen lässt, desto eher ist man rechtzeitig für die Zeckensaison geschützt.

Was ist in Bezug auf Nebenwirkungen zu beachten?

Schmerzen an der Einstichstelle und leichtes Fieber gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Diese Beschwerden sind in der Regel mild und klingen innerhalb der ersten drei Tage wieder ab.

Wie sinnvoll ist der Einsatz von Insektenschutzmitteln?

Sehr sinnvoll. Die FSME-Impfung schützt nur vor der durch Zecken übertragenen Virusinfektion FSME. Gegen Borreliose gibt es hingegen keine Impfung. Deshalb ist die Verwendung von Insektenschutzmitteln ein wichtiger zusätzlicher Schutz, um Zeckenstiche und die Übertragung anderer Erkrankungen möglichst zu verhindern.