Anti-Aging

Ratgeber / Schönheit

Anti-Aging: Zeitlos schön

24.01.2024 / von 

Jedes Lebensjahr hinterlässt Spuren auf der Haut. Das muss der Schönheit nicht zwangsläufig einen Abbruch tun. Wir stellen eine Auswahl an Inhaltsstoffen vor, welche die Haut nicht nur pflegen, sondern auch deren Alterungsprozesse verlangsamen können.

Altern ist ein natürlicher biologischer Prozess und etwas sehr Wertvolles, denn er bedeutet, dass man am Leben teilnimmt. Schon Brigitte Bardot soll gesagt haben: «Ich bin stolz auf meine Falten, sie sind das Leben in meinem Gesicht.» Die Hautalterung zu stoppen ist nicht möglich, dennoch lässt sich der Prozess verlangsamen – Slow-Aging wünschen sich wahrscheinlich viele.

Die Hautalterung ist weitgehend genetisch bedingt. Im Laufe der Zeit nimmt die Produktion von Kollagen und Elastin ab, was zu Faltenbildung, Elastizitätsverlust und dünnerer Haut führt. Etwa ab dem 25. Lebensjahr zeigen sich die ersten Anzeichen des Älterwerdens. Was mit kleinen Fältchen beginnt, wird mit fortschreitenden Jahren durch Volumen- und Dichteverlust sichtbar: Die Haut fühlt sich weniger prall an.

Neben der Genetik beeinflussen auch Ernährung, Bewegung im Alltag sowie die Pflege die Zeichen der Zeit. So kann der Verzehr von Früchten und Gemüse mit vielen Antioxidantien bei der Vorbeugung der Hautalterung eine wichtige Rolle spielen. Auf einen übermässigen Konsum von Zucker, Alkohol, Nikotin oder von Lebensmitteln, die reich an gesättigten Fettsäuren sind, sollte man zugunsten eines frischen Aussehens verzichten. Auch ausgedehnte Sonnenbäder beschleunigen den Alterungsprozess. Alkohol entzieht der Haut Feuchtigkeit und Nikotin schränkt die Durchblutung ein – dadurch wird die Haut mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Und schliesslich: Ausreichend guter Schlaf macht schön, denn während der Nacht reinigt und repariert die Haut ihre Zellen auf natürliche Weise.

Anti-Aging-Wirkstoffe – kurz erklärt

Anti- oder Slow-Aging-Wirkstoffe können das Unterhautgewebe stimulieren und stärken, was sich in der Straffung der oberen Hautschicht zeigt. Um sichtbare Ergebnisse zu erzielen, sollten sie – gerne auch in Kombination – regelmässig ihren Weg in die Haut finden.

Den Start macht Retinol, eine Form von Vitamin A, das die Kollagenproduktion ankurbelt, die Zellerneuerung beschleunigt und Fältchen reduziert. Produkte mit Retinol machen die Haut lichtempfindlicher, daher kommen sie vorzugsweise abends zum Zug. Idealerweise wird mit einer niedrigeren Konzentration begonnen, um Reizungen zu vermeiden. Die Dosis kann nach und nach erhöht werden. Und nicht vergessen, morgens Sonnenschutz in die tägliche Beautyroutine zu integrieren.

Wohl am bekanntesten ist die Hyaluronsäure – ein feuchtigkeitsspendender Wirkstoff, der die Hautelastizität verbessert und Fältchen mildert. Durch ihre Fähigkeit, grosse Mengen Wasser zu binden, ist sie auch für den Feuchtigkeitsgehalt der Haut verantwortlich. Sie kommt in Seren, Feuchtigkeitscremes und Masken vor. Hyaluronsäure kann morgens und abends auf die gereinigte Haut aufgetragen werden.

Peptide sind Bausteine von Proteinen wie Elastin- und Kollagenfasern, welche die Kollagenproduktion stimulieren und die Hautbarriere stärken. Im Gegensatz zu den Proteinen sind Peptide klein genug, um die Epidermis effektiv zu durchdringen. Sie sind in Seren und Cremes enthalten und können morgens und abends verwendet werden. Ideal sind Produkte mit einer Mischung verschiedener Peptide, da sie in Kombination noch effektiver wirken.

Wer Pigmentstörungen hat, greift gerne zu Vitamin C – ein Antioxidans, das vor freien Radikalen schützt, die Haut aufhellt und Altersflecken reduziert. Vitamin-C-Seren werden morgens auf die gereinigte Haut aufgetragen, danach kommt Sonnenschutz zum Einsatz. Ideal ist eine stabilisierte Form von Vitamin C wie etwa L-Ascorbinsäure. Um die Wirksamkeit auf längere Zeit zu garantieren, gehören die Produkte in eine licht- und luftundurchlässige Verpackung.

Niacinamid, auch bekannt als Vitamin B3, hemmt Entzündungen, reduziert den Talgfluss der Haut, verfeinert grosse Poren, verbessert den Teint und mildert feine Linien. Niacinamid kann in Seren und Feuchtigkeitscremes morgens und abends verwendet werden. Je höher die Konzentration von Niacinamid, desto wirksamer ist der Inhaltsstoff.

Kollagen macht etwa 80 Prozent unserer Haut aus und ist ein strukturgebendes Protein, das die Haut festigt. Kollagencremes und -seren enthalten idealerweise kollagene Aminosäuren, die klein genug sind, um in die tiefere Hautschicht einzudringen. Die Produkte können morgens und abends in die Pflegeroutine eingebaut werden.

Sonnenschutz – das beste Anti-Aging-Mittel

UV-Strahlung ist mitverantwortlich für die äussere Hautalterung. Sich ungeschützt in der Sonne aufzuhalten, kann Falten und Pigmentflecken zur Folge haben. Ein Produkt mit Lichtschutzfaktor gehört demnach in die tägliche Pflegeroutine. Das gilt nicht nur für den Sommer, sondern auch für jede andere Jahreszeit. An bewölkten Tagen setzt die UV-Strahlung der Haut genauso zu. Für die tägliche Anwendung empfehlen sich Cremes oder Gels mit LSF, die speziell für das Gesicht konzipiert sind.

Belebende Gesichtsmassage

Massagetools für die Gesichtshaut wie Jaderoller oder Gua-Sha-Steine fördern die Durchblutung und die Aufnahme wertvoller Inhaltsstoffe. Die Massage wirkt entspannend, straffend und abschwellend. Zudem werden Schadstoffe besser abtransportiert und die Kollagenbildung angeregt. Vor der Anwendung sollte das Gesicht gereinigt werden. Danach kann ein Serum oder eine Gesichtscreme aufgetragen werden, um deren Wirkung durch die Massage zu intensivieren. Den Hals strafft man, indem man den Stein in Aufwärtsbewegungen am Hals entlangführt. An der Kieferpartie schiebt man den Stein von innen nach aussen bis zu den Ohren. Dann gleitet man sanft von den Wangen zu den Schläfen. Die Stirn wird in Aufwärtsbewegungen massiert. Für sichtbare Resultate empfiehlt sich eine regelmässige Anwendung.

Lena Bolz
Ab etwa 35 Jahren ist eine aktive Pflege empfehlenswert.

Lena Bolz

Dipl. Drogistin HF und Betriebsleiterin

Wie sieht die Pflegeroutine im Winter aus?

Die Haut braucht mehr Nährstoffe in Form von Ölen und hautberuhigenden Inhaltsstoffen, um Reizungen zu lindern. Ich persönlich finde dann eine Ampullenkur oder eine wöchentliche Crememaske besonders wohltuend.

Ab welchem Alter empfehlen Sie eine Anti-Aging-Pflege?

Obwohl erste Anzeichen der Hautalterung ab 25 Jahren sichtbar werden, braucht es so früh noch keine Anti-Aging-Routine. Ich rate dann eher zu einer Hautpflege, die den Schutz vor Umwelteinflüssen gewährleistet und die Hautalterung verlangsamt. Ab etwa 35 Jahren ist eine aktive Pflege empfehlenswert. Mit der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren verliert die Haut an Dichte und Elastizität und braucht nochmals eine intensivere Pflege.

Welche Inhaltsstoffe in Anti-Aging-Produkten sind top?

Hyaluronsäure in Cremes und Seren sorgt für eine pralle Haut. Ebenfalls effektiv wirken Retinol und Niacinamid. Retinol beeinflusst die Faltentiefe und schützt die Zellen. Niacinamid sorgt für ein ebenmässiges Hautbild. Auch in der Welt der Pflanzen kann man sich bedienen, so zum Beispiel mit Extrakten aus Ginseng.

Wie kann die Haut von innen unterstützt werden?

Antioxidantien wie Coenzym Q10 schützen die Zellen und beeinflussen deren Energiestoffwechsel. Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen stärkt die Struktur und Festigkeit des Bindegewebes. Zudem kann die Haut mit Leinöl von innen genährt werden.