Erkältung

Ratgeber / Gesundheit

Was hilft bei Erkältungen?

23.01.2026 / von 

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Eine Erkältung erwischt fast alle mindestens einmal im Jahr. Wer die Signale seines Körpers ernst nimmt, sich Ruhe gönnt und sich mit vitaminreicher Ernährung versorgt, wird meist schnell wieder gesund.

Es beginnt mit Kratzen im Hals, einem leichten Brennen beim Schlucken, vielleicht etwas Frösteln – und schon ahnt man es: Eine Erkältung bahnt sich an. Anders als die Grippe kommt sie meist schleichend. Zuerst läuft die Nase und später kommt Husten dazu. Kopfweh, Gliederschmerzen oder Müdigkeit sind weitere typische Begleiter.

Schuld an der Misere sind sogenannte Rhinoviren. Sie gelangen über die Schleimhäute von Nase oder Mund in den Körper. Meist steckt man sich an, wenn jemand in der Nähe hustet oder niest – oder über Hände und Oberflächen, auf denen Viren haften. Besonders in der kalten Jahreszeit haben sie leichtes Spiel: Wenn die Luft in Innenräumen trocken ist, leiden die Schleimhäute und das Immunsystem arbeitet durch Kälte und Lichtmangel auf Sparflamme. Beides macht es den Viren einfacher, in den Körper einzudringen. Etwa zwei bis vier Tage nach der Ansteckung zeigen sich die ersten Anzeichen einer Erkältung. Die gute Nachricht: Nach rund einer Woche geht es den meisten Betroffenen wieder besser, auch wenn der Husten oft noch eine Weile anhält.

Ruhe ist die beste Medizin

Gegen eine Erkältung gibt es leider kein Wundermittel. Der Körper muss die Viren selbst bekämpfen – und dazu braucht er Energie. Wer erkältet ist, sollte sich deshalb schonen, ausreichend schlafen und körperliche Belastung vermeiden. Das heisst nicht, dass man den ganzen Tag im Bett verbringen muss, doch zu viel Stress und intensiver Sport können die Abwehrkräfte schwächen und sollten vermieden werden. Ebenso wichtig ist, genug zu trinken. Das hält die Schleimhäute feucht und hilft, den Schleim zu lösen. Besonders wohltuend sind Tees. Sie lassen sich vielseitig einsetzen: Hustentees beruhigen und lösen den Schleim, Salbei hilft bei Halsweh, Ingwer sorgt für Wärme von innen. Eine leichte, vitaminreiche Ernährung hilft dem Körper zudem, sich zu erholen. Obst, Gemüse und Suppen liefern Nährstoffe, ohne ihn zu belasten. Frische Luft tut ebenfalls gut – vorausgesetzt, man ist warm genug angezogen.

Symptome gezielt lindern

Der Verlauf einer Erkältung lässt sich zwar nicht wirklich verkürzen, aber ihre Beschwerden lassen sich mildern. Gegen Halsschmerzen helfen Lutschtabletten, Gurgellösungen oder Halssprays – dazu stehen sowohl pflanzliche als auch schulmedizinische Arzneimittel zur Auswahl. Bei Husten sind schleimlösende Tees und Hustensäfte wohltuend. Fieber ist zunächst kein Grund zur Sorge – es zeigt, dass der Körper arbeitet. Ab einer Temperatur von 39 Grad Celsius oder wenn das Fieber als sehr belastend empfunden wird, sollten fiebersenkende Massnahmen getroffen werden. Wichtig: Wer Medikamente einnimmt, sollte auf die Zusammensetzung achten. Viele Erkältungsmittel kombinieren mehrere Wirkstoffe. Die Beratung in der Drogerie oder Apotheke hilft, die passende Wahl zu treffen und Doppelanwendungen zu vermeiden. Bei Kindern und älteren Menschen empfiehlt sich besondere Vorsicht: Nicht jedes Mittel ist für sie gleich gut geeignet.

Klassischer Erkältungsverlauf

Tag 0–3: Inkubationszeit (Tröpfchen- oder Kontaktinfektion)

Tag 4–7: Halsschmerzen, Schnupfen, Niesen, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, ev. leichtes Fieber

Tag 8–10: Das Schlimmste ist meist überstanden, Husten kann mitunter länger andauern

Unterschätzt: Pflege der Schleimhäute

Wie bereits erwähnt, nehmen die Schleimhäute eine wichtige Schutzfunktion ein. Damit sie diese behalten, sollten sie feucht bleiben. Nasenspülungen mit physiologischer Salzlösung oder Meerwassersprays helfen dabei. Auch Inhalationen mit warmem Dampf sind wohltuend – dafür lassen sich auch verschiedene pflanzliche Zusätze verwenden. Wer allerdings empfindlich ist oder Allergien hat, sollte diese vorsichtig dosieren.

Viele schwören bei Erkältungen auf Hausmittel – und manche davon helfen tatsächlich. Honig kann beruhigend und leicht antibakteriell wirken; er lindert Halsweh und Hustenreiz, darf aber nicht an Kinder unter einem Jahr gegeben werden. Denn Honig kann Erreger enthalten, die bei Babys aufgrund ihres unreifen Immunsystems im schlimmsten Fall Vergiftungserscheinungen auslösen.

Auch Salzwasser zum Gurgeln kann wohltuend sein, weil es den Rachen reinigt und befeuchtet. Heisse Bäder oder Saunagänge sind hingegen keine gute Idee, wenn man schon Fieber hat. Regelmässige Saunagänge können das Immunsystem zwar anregen und helfen, Erkältungen vorzubeugen. Ist die Erkältung aber bereits da, sollte man auf die Sauna verzichten. Die Hitze belastet den Kreislauf und kann den Körper zusätzlich schwächen, besonders wenn Fieber im Spiel ist.

Was tun, wenn die Erkältung nicht abklingt?

Normalerweise heilt eine Erkältung nach einigen Tagen von selbst. Wenn die Symptome jedoch ungewöhnlich stark sind oder sich nach einer Besserung erneut verschlimmern, kann das auf eine sogenannte Superinfektion hinweisen (siehe Infobox). Typisch ist das beispielsweise bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Bronchitis. Warnzeichen für eine Superinfektion sind gelb-grünlicher, zäher Auswurf oder Nasensekret, plötzlicher Anstieg der Körpertemperatur nach einer Besserung, Verschlechterung des Allgemeinzustands oder Atemnot. Wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht besser werden, sollte man ärztlichen Rat suchen – das gilt besonders für Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Wer immer wieder erkältet ist, lässt das am besten ebenfalls untersuchen. Dahinter kann eine geschwächte Abwehr oder eine chronische Entzündung stecken.

Eine Superinfektion kann auch zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen. Alarmsymptome sind Verwirrtheit, hoher Puls, niedriger Blutdruck, schnelle Atmung sowie starkes Krankheitsgefühl und sollten umgehend ärztlich untersucht werden.

Was ist eine Superinfektion?

Von einer Superinfektion spricht man, wenn sich nach einer viralen Erkältung zusätzlich Bakterien ansiedeln – zum Beispiel solche, die sonst Lungen- oder Atemwegsentzündungen auslösen. Die Schleimhäute sind durch den ersten Infekt geschwächt und können sich schlechter gegen Erreger wehren. Häufig betroffen sind die Nasennebenhöhlen, das Mittelohr oder die Bronchien. Typisch ist, wenn die Beschwerden nach einer ersten Besserung wieder stärker werden, das Fieber erneut steigt oder eitriger Schleim auftritt. Vorbeugen lässt sich durch sorgfältige Schleimhautpflege, viel Flüssigkeit, Schonung und eine rechtzeitige Beratung.

Simone Hermann-Lüscher
Vitamin C, Zink oder Sonnenhut-Präparate können helfen, die Abwehrkräfte zu stärken.

Simone Hermann-Lüscher

Apothekerin und Co-Betriebsleiterin

Antibiotika sind bei Virus-Erkältungen nicht wirksam – warum fragen dennoch viele danach?

Oft fehlt das Wissen über den Unterschied zwischen viralen und bakteriellen Infekten. Rund 80 Prozent der saisonalen Erkältungen werden durch Viren ausgelöst. Antibiotika helfen da nicht. Im Gegenteil: Sie fördern gefährliche Resistenzen.

Welche anderen Fehler beobachten Sie häufig?

Oftmals werden zu viele Mittel kombiniert. Manche Präparate enthalten beispielsweise bereits Wirkstoffe aus Nasensprays – da kann ein zusätzlicher Spray kontraproduktiv sein. Wer unsicher ist, lässt sich am besten beraten.

Wann sollte man bei einer Erkältung zum Arzt gehen?

Bei älteren Menschen, kleinen Kindern oder Personen, die auf Medikamente angewiesen sind, sollte man früh eine Einschätzung einholen. Bei gesunden Personen reicht meist Beobachtung. Wenn die Erkältungssymptome nach einer ersten Besserung wieder zunehmen oder Atemnot auftritt, sollte man ärztlichen Rat suchen.

Wie kann man einer wiederkehrenden Erkältung vorbeugen?

Das A und O ist eine gute Handhygiene. Ausserdem sollte man die Nasenschleimhäute pflegen, etwa mit Meerwassersprays. Wer raucht, schwächt die Abwehr – die Flimmerhärchen in der Nase und Lunge werden zerstört. Vitamin C, Zink oder Sonnenhut-Präparate können helfen, die Abwehrkräfte zu stärken und das Risiko für Infekte zu senken.