Prostata Beschwerden

Ratgeber / Gesundheit

Prostata-Beschwerden

29.10.2019 / von 

Die Drüse mit Namen Prostata hat nur die Grösse einer Kastanie. Sie kann aber plötzlich Beschwerden verursachen, wenn sie grösser wird. Zielführendes Handeln ist angesagt, soll des Mannes Lebensqualität nicht beeinträchtigt werden.

Was ist die Prostata genau?

Das Organ Prostata, auch als Vorsteherdrüse bekannt, befindet sich im männlichen Körper unmittelbar unterhalb der Harnblase und umgibt die Harnröhre ringförmig. Es macht sich nicht bemerkbar - bis Männer eines Tages feststellen müssen, dass der Harnstrahl dünner wird und dass man in der Nacht nicht mehr problemlos durchschlafen, sondern aufstehen und Wasser lösen muss. Was ist da los?

Mit zunehmendem Alter des Mannes kann die Prostata wachsen und die Harnröhre etwas zusammendrücken. So entsteht eine Abflussbehinderung, der Urinstrahl wird schwächer, die Entleerung der Blase ist nicht mehr optimal gewährleistet, was dann zu vermehrten Toilettengängen zwingt. Der in der Blase verbleibende Restharn kann Reizungen und Blasenentzündungen provozieren. Prostatabeschwerden rufen nach angemessenen Massnahmen.

Wichtig ist vor allem, dass Mann Unsicherheiten und Ängste nicht einfach wegdrängt, sondern medizinische Beratung sucht. Längst nicht jede altersbedingte Prostatavergrösserung geht schon in Richtung Prostatakrebs. Im Rahmen eines Gesprächs mit dem Arzt kann abgeklärt werden, welche Massnahmen zu Früherkennung dem Lebensalter und der individuellen Situation angemessen sind.

Mit dem Thema Prostata intensiv befasst sich Prof. Dr. med. Thomas Gasser, Chefarzt Urologische Universitätsklinik beider Basel und Präsident der Schweiz. Gesellschaft für Urologie. Er hat uns einige Fragen beantwortet.

Wann kann eine Prostatavergrösserung in Prostatakrebs ausarten?

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass die gutartige Prostatavergrösserung keine Vorstufe von Krebs ist, sondern eine andere Krankheit am gleichen Organ darstellt. Die Ursachen von Prostatakrebs, der häufigsten Krebserkrankung beim Mann, kennt man nicht. Bekannt sind dagegen verschiedene Risikofaktoren, so etwa eine familiäre Veranlagung, das Alter oder die  Lebensgewohnheiten.

Die Häufigkeit des Prostatakarzinoms ist bei uns tausendmal höher als in asiatischen Ländern, was Umweltfaktoren als Mitursache wahrscheinlich macht. Vermutlich hat der hohe Konsum von Fleisch und tierischen Fetten Einfluss auf die bei uns hohe Rate  der Prostataerkrankungen, während pflanzliche Produkte einen gewissen Schutzeffekt bieten dürften.

Zur Früherkennung von Prostatakrebs gehören Vorsorgeuntersuchungen?

Von Fachgesellschaften wird Männern ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung empfohlen. Bei einer familiären Disposition sollten sie allerdings schon im Alter von 45 Jahren beginnen. Die Vorsorgeuntersuchung ist übrigens nicht schmerzhaft, sondern besteht  aus dem Abtasten der Prostata durch den Darm, aus Ultraschalluntersuchung und einer Blutentnahme.

Was versteht man unter einer  PSA-Untersuchung?

Das Prostata-spezifische Antigen ist ein Eiweiss, das ausschliesslich von den Zellen der Prostata gebildet wird. Stellt man im Blut einen Anstieg des PSA-Wertes fest, gibt dies Hinweise auf verschiedene Erkrankungen der Prostata - es muss sich also nicht zwangsläufig um  Krebs handeln. Den eindeutigen Nachweis für das Vorhandensein eines Karzinoms kann nur eine Gewebeentnahme bringen.

Häufiger Harndrang ist meist nicht durch Krebs bedingt, sondern durch die gutartige Vergrösserung. Oft ist keine Behandlung nötig. Im Frühstadium bringen Medikamente meist Linderung. Nützen diese nichts oder kommt es zu unwillentlichem Harnverhalten und zu Infektionen, kann das überschüssige Prostatagewebe, das die Harnröhre einengt, operativ entfernt werden.

 

Weitere Informationen

Für ergänzende Informationen rund um das Thema Prostata stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Überdies bietet auch das Internet Informationsquellen:

www.urologie.ch
Das Autorenteam, dem unter anderen auch Professor Gasser angehört, informiert über PSA-Bestimmungen und gibt Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie ab.

www.krebsliga.ch/praevention
Eine Sammlung der wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Früherkennung von Prostatakrebs.