PMS

Ratgeber / Gesundheit

PMS: Die Tage vor den Tagen

24.06.2022 / von 

Vor der Periode leiden viele Frauen unter Schmerzen und emotionalen Achterbahnfahrten. Mit Veränderungen im Alltag und unterstützenden Mitteln – insbesondere aus der Natur – kann frau gegensteuern.

Rund 80 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter sollen davon betroffen sein – diese Zahl lässt aufhorchen. Die Rede ist vom sogenannten PMS, kurz für prämenstruelles Syndrom. Unter diesem Begriff werden verschiedene körperliche und psychische Beschwerden zusammengefasst, die in der Zeit vor der Monatsblutung auftreten. «Betroffene Frauen klagen über Unterleibskrämpfe, spannende Brüste, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit», erklärt Melanie Barth, dipl. Drogistin HF und Co-Betriebsleiterin in Zofingen. Aber auch Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit oder Wassereinlagerungen in Händen und Füssen gehören zu den häufigen Symptomen.

Eine Frage der Hormone?

Die genauen Ursachen sind oft schwierig zu definieren. Aber die Hormonschwankungen im Verlauf des Monatszyklus sowie eine sensible Reaktion auf diese Veränderungen dürften eine grosse Rolle dabei spielen. Auch andere Faktoren wie eine erbliche Vorbelastung sind entscheidend. Diagnostiziert wird das PMS hauptsächlich anhand der typischen Merkmale etwa drei bis zehn Tage vor Einsetzen der Menstruation. Eine Hormonanalyse im Blut oder das Ausschliessen anderer Ursachen, beispielsweise einer Schilddrüsenunterfunktion, sind weitere Möglichkeiten.

Je nach Person können die Symptome unterschiedlich stark sein und die Lebensqualität mehr oder weniger einschränken. «Spätestens, wenn die Schmerzen oder depressionsartigen Zustände so intensiv werden, dass der Alltag nicht mehr gemeistert werden kann, oder wenn neue heftige Beschwerden hinzukommen, sollte man den Hausarzt oder die Gynäkologin aufsuchen», rät die Expertin.

Medikamente und andere Tricks

«In akuten Phasen können Betroffene natürliche Stimmungsaufheller oder punktuell auch Schmerzmittel einsetzen», erklärt Melanie Barth. Naturheilmittel (siehe Infobox) sollten kurmässig mindestens drei Monate eingenommen werden. Einige Gynäkologinnen und Gynäkologen verschreiben auch hormonhaltige Produkte, um eine Verbesserung der Beschwerden zu erreichen.

Auch kleine Veränderungen im Alltag können helfen: Neben ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft empfiehlt die Drogistin eine ausgewogene Ernährung, eventuell angereichert mit Nahrungsergänzungsprodukten: «Insbesondere ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine, Vitamin E und krampflösendes Magnesium sind wichtig.» Ausserdem sollte man den Konsum von Koffein und Alkohol reduzieren sowie auf Tabak verzichten.

Mit Entspannung gegen PMS

Als besonderer Risikofaktor gilt Stress. «Eine Entschleunigung im hektischen Alltag sowie besonders viel Entspannung und Entlastung in den Tagen vor der Monatsblutung können die Symptome lindern», weiss Melanie Barth. Gerade in der Zeit vor der Periode sollte frau sich viele Wohlfühlmomente gönnen, etwa mit Meditationsübungen, Yoga, Massagen oder einer warmen Bettflasche. Kochen, Einkaufen oder Putzen dürfen dann gerne der Partner, die Partnerin oder auch mal die Kinder übernehmen.

Hilfe aus der Natur

Mönchspfeffer hat eine ausgleichende Wirkung auf den Hormonhaushalt.
Nachtkerzenöl reguliert ebenfalls das Hormonsystem und wirkt lindernd auf die typischen Beschwerden.
Johanniskraut wird gegen Stimmungstiefs und bei Ängstlichkeit eingesetzt.
• Ein Tee aus Schafgarbe oder Frauenmantel kann lösend auf Unterleibskrämpfe wirken und ist zugleich eine kleine Verwöhnpause.

Ätherische Öle können als Raumbeduftung verwendet oder verdünnt mit einer Bodylotion oder neutralem Körperöl einmassiert werden:
Pfefferminze, auf die Schläfen aufgetragen, hilft bei Kopfschmerzen.
Grapefruit wirkt stimmungsaufhellend und belebend.
Rose ist harmonisierend, besänftigend, stimmungsaufhellend und tröstend.
Lavendel beruhigt und entspannt.

Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.