Gepflegte Zähne wirken frisch, gesund und attraktiv. Wie hell sie von Natur aus sind, ist jedoch genetisch geprägt, und nicht jedes Weiss lässt sich beliebig aufhellen.
In den vergangenen Jahren hat sich ein Ideal etabliert, das nicht immer viel mit der Natur zu tun hat: makellos weisse Zähne, wie man sie von Social Media oder aus der Werbung kennt. Doch gesunde Zähne müssen nicht blendend weiss sein. Entscheidend ist, dass sie gepflegt sind und zum Menschen passen.
Die eigene Zahnfarbe respektieren
«Die natürliche Farbe ist genetisch bedingt», sagt Mirjam Hug, dipl. Drogistin HF und Betriebsleiterin. Wie hell oder dunkel Zähne erscheinen, hängt unter anderem vom Zahnschmelz und vom darunterliegenden Dentin ab. Mit den Jahren kann der Zahnschmelz abgenutzt werden, wodurch das dunklere Dentin stärker durchscheint. «Das ist ein natürlicher Prozess und nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Pflege.» Verfärbungen entstehen jedoch häufig von aussen. Besonders Kaffee, Schwarztee, Rotwein und Nikotin können Farbstoffe auf der Zahnoberfläche hinterlassen. Solche Verfärbungen lassen sich mit guter Mundhygiene oft reduzieren oder verhindern. «Anders sieht es aus, wenn die Verfärbungen von innen kommen, etwa durch bestimmte Medikamente, Zahnverletzungen oder Veränderungen der Zahnsubstanz. In solchen Fällen helfen Whitening-Produkte meist nicht», erklärt die Expertin.
Gute Pflege ist kein Kraftakt
Die Grundlage für schöne Zähne ist die tägliche Pflege. Mindestens zweimal täglich gründlich putzen, aber nicht zu heftig schrubben: Das klingt einfach, wird im Alltag aber oft unterschätzt. Denn zu starker Druck kann Zahnfleisch und Zahnschmelz belasten. Eine weiche bis mittelharte Zahnbürste – egal ob manuell oder elektrisch –, eine gute Putztechnik und genügend Zeit sind wichtiger als der Einsatz von Kraft. Bei der Zahnpasta kommt es laut Mirjam Hug auf das individuelle Bedürfnis an. «Ich empfehle Produkte ohne SLS, also ohne das Schäumungsmittel Natriumlaurylsulfat, sowie Zahnpasten mit einem tiefen RDA-Wert. Dieser Wert gibt an, wie stark eine Zahnpasta durch ihre Putzkörper scheuert. Je höher der Wert, desto abrasiver kann sie wirken und damit den Zahnschmelz abtragen.»
Auch Fluorid spielt in der täglichen Mundhygiene eine wichtige Rolle. Es unterstützt die Remineralisierung des Zahnschmelzes und macht die Zähne widerstandsfähiger gegen Karies. Die Drogistin ergänzt: «Wer empfindliche Zähne, freiliegende Zahnhälse, Zahnfleischprobleme oder Aphten hat, sollte die Zahnpasta gezielt auswählen und sich in der Drogerie oder Apotheke, bei der Dentalhygiene oder in der Zahnarztpraxis beraten lassen.» Whitening-Zahnpasten können sinnvoll sein, wenn es sich um oberflächliche Verfärbungen handelt. Man darf jedoch keine Wunder erwarten, denn sie entfernen in erster Linie Beläge und oberflächliche Verfärbungen. «Die Zahnzwischenraumpflege ist das A und O in der Mundhygiene und wird oft vernachlässigt», betont Mirjam Hug. Gerade dort entstehen Ablagerungen, die später zu Verfärbungen führen könnten. Interdentalbürsten, Zahnseide oder Zahnhölzchen helfen, Speisereste und Plaque dort zu entfernen, wo die Zahnbürste nicht hinkommt – idealerweise täglich. Unsere Fachpersonen beraten Sie gerne zu den unterschiedlichen Produkten und ihrer Anwendung.
Was den Zähnen schadet
Vorsicht ist bei Hausmitteln geboten. Aktivkohle, Zitronensaft oder Backpulver werden immer wieder als natürliche Methoden für hellere Zähne angepriesen. Doch Säuren können den Zahnschmelz angreifen und abrasive Stoffe die Oberfläche aufrauen. Dadurch wirken Zähne zwar kurzfristig sauberer, werden langfristig aber empfindlicher. «Zudem können solche Methoden die Mundschleimhaut reizen, den Zahnschmelz belasten und das Milieu im Mund ungünstig beeinflussen», sagt die Expertin. Auch bei Bleaching-Produkten für zu Hause sollte man vorsichtig sein. «Empfehlen würde ich solche Produkte nur, wenn man keine Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch hat.» Bei Zahnfleischbluten, Schmerzen, freiliegenden Zahnhälsen, Kronen, Füllungen oder Verfärbungen der Zähne sollte vorab eine zahnärztliche Abklärung erfolgen. Entscheidend ist also nicht das hellste Weiss, sondern eine Zahnfarbe, die natürlich wirkt, und Zähne, die gesund und gepflegt sind.