Magenbrennen

Ratgeber / Gesundheit

Magenbrennen: Feuer im Bauch

24.02.2026 / von 

Ein feines Essen, ein Espresso zum Abschluss – und kurz darauf brennt es unangenehm im Magen oder hinter dem Brustbein. Fast jeder hat dieses Gefühl schon einmal erlebt. Doch was passiert da eigentlich im Körper, wenn die Magensäure den falschen Weg nimmt?

Im Idealfall läuft bei der Verdauung alles nach Plan. Im Mund wird die Nahrung zerkleinert, mit Speichel vermischt und über die Speiseröhre in den Magen transportiert. Dort zersetzen sie Magensäure und Enzyme zu einem weichen Brei. Dieser wandert weiter in den Dünndarm, wo die Nährstoffe ins Blut aufgenommen werden. Im Dickdarm wird der Nahrungsbrei stark eingedickt und anschliessend ausgeschieden.

Damit der saure Magensaft dort bleibt, wo er soll, verschliesst ein kräftiger Muskel – der sogenannte untere Ösophagussphinkter – den Übergang zwischen Magen und Speiseröhre. «Ist dieser Muskel geschwächt, kann er nicht richtig schliessen und seine Aufgabe nicht mehr zuverlässig erfüllen. Dann steigt der mit Säure versetzte Speisebrei zurück in die Speiseröhre», erklärt Noë Heimgartner, dipl. Drogist HF und Co-Betriebsleiter. Da diese im Gegensatz zum Magen keine schützende Schleimhaut besitzt, reagiert sie empfindlich: Es brennt, reizt und kann auf Dauer sogar Entzündungen verursachen.

Wie Magenbrennen sich bemerkbar macht

Magenbrennen ist ein eher allgemeiner Begriff, der im Alltag häufig verwendet wird. «Im Beratungsgespräch fragen wir genauer nach den Symptomen», so der Experte. Typisch sei «ein brennendes Gefühl im Oberbauch hinter dem Brustbein mit saurem Aufstossen – man nennt das Sodbrennen». Manchmal zeigt sich der Reflux, also der Rückfluss, aber auch weniger deutlich – etwa durch morgendliche Heiserkeit, ständiges Räuspern oder trockenen Husten.

Ernährung und Stress als Auslöser

Viele Faktoren können den empfindlichen Verschlussmuskel zwischen Magen und Speiseröhre aus dem Gleichgewicht bringen: Übergewicht etwa drückt auf den Magen und begünstigt den Rückfluss. Grosse oder sehr üppige Mahlzeiten wirken ähnlich. Bestimmte Speisen und Getränke, etwa zu viel Fettes, zu viel Süsses – zum Beispiel auch durch Süssgetränke, stark verarbeitete Lebensmittel und dazu wenige Ballaststoffe sowie Nikotin- oder Alkoholgenuss können das Problem verstärken. «Alkohol kann mit der Zeit den Sphinkter verlangsamen und so das Aufstossen in den Rachen erleichtern», ergänzt Noë Heimgartner. Neben der Ernährung kann auch Stress die Verdauung beeinflussen. «Hinzu kommt, dass man bei Stress oft schneller isst. Der Magen braucht dann mehr Säure, um den Nahrungsbrei zu zersetzen.» Nicht ohne Grund existiert das Sprichwort «Es schloht mir uf de Mage».

Kleine Veränderungen können helfen, das unangenehme Brennen zu vermeiden:

• Abends lieber früher und leicht essen – damit die Nahrung vor dem Schlafengehen den Magen grösstenteils schon passiert hat.

• Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind bekömmlicher als wenige grosse. Und: gut kauen.

• Bei der Ernährung sind Vollkornprodukte sowie fett- und säurearme Speisen zu bevorzugen.

• Schwerkraft: Wer das Kopfende des Betts leicht erhöht, verhindert, dass die Säure im Liegen nach oben steigt.

Unterstützung aus der Drogerie und Apotheke

Gelegentliches Sodbrennen lässt sich meist mit rezeptfreien Präparaten lindern – etwa mit Gels, welche die Magensäure gezielt neutralisieren. «Diese Mittel wirken im Akutfall sofort. Sie können den pH-Wert der Magensäure so regulieren, dass sie bis zum richtigen Grad neutralisiert wird», erklärt der Experte. «Gerade bei Reflux ist das angenehm, denn beim Schlucken legt sich der Gel wie ein schützender Film über die Speiseröhre und bildet über dem Mageninhalt eine Art Deckel.»

Für die längerfristige Behandlung gibt es Präparate, welche die Säureproduktion drosseln. «Diese hemmen die Zellen, welche die Magensäure produzieren. Sie brauchen aber ein bis zwei Tage, bis sie ihre volle Wirkung entfalten.»

Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Wer über mehrere Tage hinweg starkes Sodbrennen hat, sollte ärztlichen Rat einholen. «Vor allem, wenn Warnzeichen wie wiederholtes Erbrechen, unerklärlicher Gewichtsverlust, hohes Fieber oder Schluckbeschwerden hinzukommen», warnt der dipl. Drogist HF. Denn auf Dauer kann die Säure die Schleimhaut der Speiseröhre oder des Magens entzünden. In seltenen Fällen kann eine solche chronische Reizung sogar zu bösartigen Veränderungen führen. Der Magen ist ein erstaunlich widerstandsfähiges Organ – solange sein Gleichgewicht stimmt. Gerät dieses durcheinander, macht er mit brennender Deutlichkeit auf sich aufmerksam. Wer auf seinen Körper hört, achtsam isst und ihm ab und zu eine Pause gönnt, tut viel für sein Wohlbefinden – und löscht das Brennen im Bauch, bevor es aufflammt.

Gesunde Verdauung – natürlich anregen

Besonders bewährt haben sich Bitterstoffe, etwa in Form von Tropfen, spagyrischen Mischungen oder als Verdauungstee. Sie regen die Bildung von Magensaft an, sodass die Nahrung besser verdaut wird und nicht belastet. Zu den bitteren Pflanzen zählen etwa Enzian, Tausendgüldenkraut und Löwenzahn. Sie entlasten den Magen auch, wenn Stress auf den Bauch schlägt. Lassen Sie sich dazu von Fachpersonen beraten.