Pflanzen wie Rosenwurz, Ginseng, Taigawurzel und Ingwer können Körper und Geist in belastenden Zeiten unterstützen – und so für mehr Energie, Fokus und innere Balance sorgen.
Wenn der Stresspegel steigt, sind bewusste Auszeiten im Alltag besonders wichtig, weiss Nadja Hunziker, dipl. Drogistin HF und Betriebsleiterin. Wenn der Stress überhandnimmt, rät sie, Körper und Seele mit sanfter Pflanzenkraft wieder ins Lot zu bringen: «Die Wirkstoffe in sogenannten adaptogenen Pflanzen können dabei helfen, sich besser an unterschiedliche Stressfaktoren anzupassen, die Belastbarkeit zu fördern und das innere Gleichgewicht – die sogenannte Homöostase – wiederherzustellen und zu stabilisieren.»
Rosenwurz: Bei akuter geistiger Erschöpfung
Rosenwurz (Rhodiola rosea) ist für ihre unterstützende Wirkung bei körperlicher und mentaler Leistungsschwäche bekannt. «Meist wird sie bei geistiger Überarbeitung und Erschöpfungszuständen eingesetzt», erklärt die Expertin. «Zudem kann sie die Regeneration nach Belastungen fördern und die Ausdauer unterstützen.» Am häufigsten wird Rosenwurz als standardisierter Extrakt in Tablettenform oder als Urtinktur verwendet.
Taigawurzel: Immunstimulierend und leistungssteigernd
Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) wird zur Unterstützung der Abwehrkräfte und zur Vorbeugung von Infekten aufgrund der immunstimulierenden Wirkung eingesetzt. «Die Wurzel wird zur Förderung der Ausdauer, bei Müdigkeit, Schwäche und nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit eingesetzt», so die Drogistin. Zum Einsatz kommt sie in Urtinkturen, in der Spagyrik und seltener in Form von Tee.
Ingwer: Entzündungshemmend und verdauungsfördernd
Ingwer (Zingiber officinale) zählt nicht zu den klassischen Adaptogenen, da seine Hauptwirkung weniger in der Stressregulation als in seinen entzündungshemmenden und verdauungsfördernden Eigenschaften liegt. Verantwortlich dafür sind vor allem die enthaltenen Gingerole. Die DROPA Expertin erläutert: «Er wirkt nicht ausgleichend im Sinne einer erhöhten Stressresistenz, wird jedoch traditionell zur Unterstützung der allgemeinen Vitalität eingesetzt. Ingwer kann vielseitig eingenommen werden – frisch als Tee, in Speisen, als Saft, in Form von Spagyrik, Kapseln oder Pulver.»
Ginseng: Stark vitalisierend
Ginseng (Panax ginseng) gilt als eines der bekanntesten und meisterforschten Adaptogene. Nadja Hunziker: «Er kann die körperliche sowie kognitive Leistungsfähigkeit und die Immunfunktion unterstützen.» Die Wurzel wird häufig zur langfristigen Stärkung der Widerstandskraft, z.B. in der Erholungsphase nach Krankheiten, eingesetzt, etwa in Form von standardisierten Extrakten in Kapselform, als Tonikum, Urtinktur oder Tee.
Was sind Adaptogene?
Unter Adaptogenen werden natürliche Pflanzenstoffe verstanden, die den Körper dabei unterstützen, besser mit Stress umzugehen und das innere Gleichgewicht zu stabilisieren. Adaptogene können den Stoffwechsel beeinflussen, die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen. Lassen Sie sich dazu von den Fachpersonen in der Drogerie oder Apotheke beraten.
Einnahme: Adaptogene werden aufgrund der stimulierenden Wirkung am besten morgens und/oder nachmittags und idealerweise während einer mehrwöchigen Kur eingenommen. Die Einnahmedauer sollte sich auf maximal drei Monate am Stück in Zeiten erhöhter Belastung beschränken. Danach ist es empfehlenswert, eine zwei- bis dreimonatige Pause einzulegen.